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6 Geschichten, 6 Regisseure, 6mal Batman.
Mit „Gotham Knight“ erleben wir sechs Geschichten aus Batmans Alltag, geschrieben von Jordan Goldberg (der bereits an „Batman Begins“ und „The Dark Knight“ beteiligt war) und inszeniert von fünf japanischen und einem koreanischem Regisseur und namenhaften Animationsstudios wie dem Studio 4°C, Madhouse oder Production I.G.
Wem das jetzt alles sehr bekannt vorkommt, der erinnert sich vielleicht noch dunkel an das ganz ähnlich geartete Joint-Venture Animatrix, dem genau das gleiche Konzept zu Grunde lag.
Kann sich also Batmans Ausflug in die Japanimation (bzw.auch Koreanimation um korrekt zu sein, wobei was wir heutzutage nicht wenistens teilweise in Korea animiert?) mit der der Matrix messen?

Mei Eindruck: Es geht schon.
Besonders hervorzuheben wären dabei für mich vor allem die erste Episode von Shoujirou Nishimi, die mit ihrem typischen Studio 4°C Look nicht nur optische Akzente setzt und hervorsticht, sonder die vor allem durch ihre interessante Geschichte gefällt, die den Fokus nicht auf den dunklen Rächer selbst, sondern auf die Zeugen seiner Arbeit legt und das Phänomen aufgreift das drei Leute die eigentlich das selbe gesehen noch lange nicht das selbe wahrgenommen haben. ( Rashomon lässt grüßen)
Mit diesem Einfall stellt diese Episode allerdings auch die Speerspitze der Originalität in diesem Ensemble dar, der Rest kommt dann durchweg konservativer daher.
Zwar geben auch die Episoden „Field Test“ (Hiroshi Morioka), in der Batman auf ein wichtiges, neu entwickeltes Schutzgerät verzichtet, weil es eventuell die Gesundheit Unbeteiligter gefährden könnte, oder die Episode „Working Through Pain“ (Toshiyuki Kubooka), in der wie etwas über seine Lehrzeit in Indie erfahren, interessante Einblicke in die Entwicklung und Psyche des dunklen Ritters, die übrigen Geschichten sind dann aber eher „Standartfälle“ die so genauso in jeder x-beliebigen Batman Serie vorkommen könnten.
Was allerdings auch nicht heißen soll das sie nicht brauchbar wären, sie unterhalten schon, nur tragen sie wenig zur Entwicklung oder der besseren Erkenntnis über die Figur Batman bei und bereichern das Batman Universum auch nicht sonderlich. Sie sind halt einfach irgendwie austauschbar. Was jetzt aber auch bald schlimmer klingt als es am Ende ist.

Zumindest optisch können allerdings alle Episoden Akzente setzen.
Egal ob eher ungewöhnlich oder eher konventionell, jede hat erkennbar ihren eigenen Stil.
Besonders erwähnenswert für mich sind dabei allerdings, wie oben bereits gesagt, Episode 1 und vor allem Episode 5, die mit wirklich eindrucksvollen Hintergründen aufwarten kann, die so teilweise so realistisch aussehen, dass wohl mit Elementen aus realen Aufnahmen gearbeitet wurden, die allerdings hervorragen mit den übrigen Animationen harmonieren.
Ebenfalls die Episode unter koreanischer Feder kann in Sachen Animationen mit einigen besonderen Leckerliechen beeindrucken und verdeutlicht damit warum soviel Animationsarbeit aus aller Welt inzwischen dort in Auftrag gegeben wird. Dafür stören mich hier die Designs etwas, die oftmals zu wulstig und übertrieben aussehen (in diesem Punkt erinnern sie mich stark an manchen US-Anabolika-Heldencomic) und den sehr harten Schatten.
Es lässt sich alerdings festhalten das das grafische Niveau durchweg hoch liegt und jedem beteiligten Studio sichtlich daran gelegen war hier (sicher auch gerade international) eine gute Figur zu machen.

So kann ich „Batman: Gotham Knight“ am Ende dann durchaus empfehlen. Einige Episoden sind wirklich gelungen, andere eher blass, aber das war auch bei der Animatrix nicht anders.
Für Freunde guter Animation wird jedenfalls genug geboten und auch Batman Fans könnten ihre Freude damit haben, andere wiederum werden allerdings vielleicht ihre Erwartungen auch eher enttäuscht sehen.
Mir hat es im Ganzen aber doch ganz gut gefallen.

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