Review

Jules Verne wird üblicherweise dem Genre "Science Fiction" zugeordnet. Dass man das nicht unbedingt so sehen muss, zeigt der hier besprochene Film: er behandelt den Stoff eher als "Fantasy" - vulgo Märchen. Und das tut der Geschichte durchaus gut. Hier wurde gar nicht erst versucht, eine in sich konsistente Parallelwelt aufzubauen, was angesichts der Romanvorlage sowieso schwer fallen würde. Stattdessen wird die Logik optischen und dramaturgischen Belangen gnadenlos untergeordnet und dient sogar noch zu humoristischen Effekten, indem der Film stellenweise seine eigene Unlogik auf die Schippe nimmt. Das Ergebnis ist ein charmantes, witziges Märchen für Erwachsene mit sehenswerter Fantasie-Kulisse. Brendan Fraser und Josh Hutcherson spielen ihre Rollen authentisch und mit Schwung - "cool" nennt man das wohl auf Neudeutsch. Anita Briem als Hannah bezaubert mit natürlichem Charme und unverkrampftem Selbstbewusstsein als Bergführerin. Und die Regie sorgt mit leichter Hand und vielen eingestreuten Gags dafür, dass trotz tausenderlei Todesgefahren, die logischerweise eigentlich nicht überlebbar wären, nicht allzuviel tödlicher Ernst aufkommt.

Der Film ist kein Meilenstein, kein Schlüsselerlebnis und kein Bildungsereignis. Man sollte ihn einfach nur als leichte, amüsante Unterhaltung nehmen: als solche ist er gut.

Die 3D-Version kann ich mangels Equipment nicht beurteilen - kann mir aber vorstellen, dass sich die Kulisse für räumliche Effekte gut eignet.

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