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Das heikle Thema Kindstod - für die Öffentlich-Rechtlichen Sender erwartungsgemäß aufgearbeitet, also mit viel aufgesetzter Betroffenheit und doch völlig unterkühlt. Wenn der tote Gnom dann aber kurz auf dem Seziertisch zu sehen ist, ist es mit der Sensibilität schon wieder vorbei. Der übertrieben deprimierende Versuch einer Milieustudie (arme junge Eltern im Plattenbau) schwelgt förmlich im Leid seiner Figuren, ja ergötzt sich regelrecht daran. Die dabei offenbarten Schauspielleistungen sind äußerst durchwachsen: Mal wird viel zu dick aufgetragen, mal wird gar nicht reagiert. Die Darstellung der vermeintlichen Babymörderin als scheinbar geistig zurückgeblieben und als Buch mit 7 Siegeln wirkt wie ein billiger Ausweg, um sich nicht mit allen unangenehmen Facetten der Thematik auseinandersetzen zu müssen. Das halboffene Ende mit seinen viel zu leisen Tönen ist auch absolut unbefriedigend.