Zeit, dem guten alten Chuck Vincent mal wieder ein Review zu widmen. Bekanntermaßen ein Porno-Regisseur, der in den 80ern etliche billige Mainstream-Filme drehte, um so den Stars aus dem XXX-Biz zu gewissen cineastischen NonSex-Einsätzen zu verhelfen. In seiner Hochphase konnte Vincent sogar solche echten Stars wie Sybil Danning, Linda Blair, Donald Pleasance oder Wings Hauser verpflichten, wohingegen sich die Qualität seiner Filme meist in sehr überschaubarem Rahmen bewegte.
Auch mit "Knastakademie I" sollte ihm kein Supercoup oder sogar der richtige Durchbruch gelingen. Nicht nur, dass die deutsche Titelgebung eine Serie aufmachte, die niemals existierte, es wird auch mal wieder ein für die damalige Zeit fast schon unverzichtbarer wie unnötiger Academy-Bezug hergestellt. Der Streifen selbst ist jedoch eine Parodie auf die früher noch recht beliebten Women-in-Prison-Filme - wohl unter der weisen Vorsatz produziert, in dieser Sparte nicht viel falsch machen zu können.
Hatte sich das WIP-Genre jedoch spätestens bis Mitte der Achtzigerjahre mehr oder weniger selbst überholt, so setzte Vincent hier auf plumpen Slapstick oder das, was man gerne als "Wortwitz" verkauft. Da mir nur die englische Fassung vorlag, erschien mir das Ganze jedoch ziemlich flachbrüstig gehalten zu sein. Die Witzchen bewegen sich in dem Rahmen einer Penistransplantation, einem zusammenkrachenden Bett bei einer Stripnummer oder Männer in BHs, der Rest ist kaum der Rede wert und viel zu angestrengt, um wirklich gut zu wirken. Immerhin bemühte sich Vincent darum, den Film nicht ganz zur Schlafwagennummer verkommen zu lassen, hätte jedoch einen besseren Gagschreiber anheuern sollen, um dem Script die nötige Würze zu verleihen. Dann hätte "Knastakademie I" vermutlich aber das Doppelte oder Dreifache gekostet.
Immerhin ist die Besetzungsliste ein absolutes Stelldichein an Pornostars, wobei es unter anderem Veronica Hart, Samantha Fox, Sharon Kane, Colleen Brennan und Henri Pachard zu sehen gibt. Die Frauen übrigens mit mal mehr, mal weniger Textil am Leib.
Oder kurzum: Bemühte Knastklamotte, die von dem gewissen Appeal seiner Pornostar-Cast zu leben versucht, leider jedoch nicht mal den Sprung ins Kuriositätenkabinett schafft. 4 von 10 Punkten.