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kurz angerissen* erstmals veröffentlicht: 18.10.2009 Mit Szenen von größter Virtuosität gesegnet, scheitert Fernando Meirelles's Versuch, den mit Akustik und fehlender Optik spielenden Erfolgsroman in Film zu gießen, als er auf sein Ende zusteuert. Diese 116 Minuten hätten durchaus der Beginn eines epischen Meisterwerkes sein können, als das abrupte Ende wie eine Schnur daherkommt, die einen endlos vollen Sack auf die letzten Zentimeter mit Müh und Not noch zuschnürt. Dabei ist das Spiel mit Perspektive, mit Filtern und Schleiern streckenweise so gelungen, die sozialkritischen Ansätze so intensiv, dass der leere Gesamteindruck, als der Abspann einsetzt, um so surrealer erscheint. Dennoch, weniger zu geben wäre in Anbetracht der starken Ansätze ein Hohn: 7/10. *weitere Informationen: siehe Profil
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Trotz der faszinierenden Prämisse: So neu ist die Idee mit der Epidemie, die große Teile der Bevölkerung erblinden lässt, nicht - das hatten wir im SF-Klassiker BLUMEN DES SCHRECKENS schon mal und in einer Folge der TWILIGHT ZONE gab es das auch. DIE STADT DER BLINDEN ist jedoch nicht einfach nur ein Seuchenthriller - natürlich auch und sogar ein ziemlich guter, aber eben nicht ausschließlich. Vielmehr ist die unheimliche Krankheit hier nur ein Aufhänger für ein intelligentes gesellschaftskritisches Drama, das viele negative Verhaltensweisen der Menschen aufzeigt. Zuerst werden hier die Kranken aus Panik abgeschoben und sich selbst überlassen. In der Isolation bildet sich bald eine brutale Herrschaftsform durch das Gesetz des Stärkeren, die nur durch eine ebenso brutale Revolution niedergschlagen werden kann. Es ist wie ein verfilmtes Verhaltensexperiment, getragen vor allem von der wunderbaren Julianne Moore.
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Gestern hab ich mir STADT DER BLINDEN - The Blindness angesehen. Ziemlich verwirrend, konfus und so richtig in Schwung gekommen ist er nicht. Ein sinnloses Rumgelaufe in gut gemachter Kulisse. Story ist ja klasse, alle Leute werden blind über Nacht, nur eine kann noch sehen. Etwas bemüht gespielt, die Leute sahen aus, wie wenn sie Blinde spielen müßten. Aber man merkte bei den Meisten, dass sie keine Ahnung haben wie das gehen soll. Zuviel Blickkontakte beim Reden, genaues Hinlangen, gezielte Pistolenschüsse. Nein, hat mir nicht gefallen, obwohl die Kritiken ganz gut waren. So Shamalayan-ähnlich. Bloß irgendwie kam nie ne Botschaft, es war immer so kurz davor, doch dann war der Film zu Ende. Enttäuschend! 3 von 10 Punkten für die tollen Kulissen