Review

Wer die bedrückende Atmosphäre von Psychiatrie-Filmen wie „Einer flog übers Kuckucksnest“ mag und gleichermaßen temporeiche Zombie-Streifen schätzt, könnte bei diesem Regiedebüt richtig gut unterhalten werden.
Denn trotz mangelndem Einfallsreichtum und zahlreichen Klischees hat man die wesentlichen Zutaten effektiv auf den Punkt gebracht und erzeugt Interesse vom ersten Moment an.

Hauptfigur Jack wird direkt sympathisch eingeführt. Er sorgt sich um seine Schwester Lily, die seit dem Tod ihrer Mutter nach Selbstmordversuchen in einer Anstalt landete. Kurzerhand entschließt er sich, in der Öffentlichkeit ein wenig durchzudrehen und landet, von der Polizei abgeführt, prompt in derselben Klinik, - Jack verfolgt sein ehrenwertes Ziel mit vollem Einsatz. Nach kurzer Aufenthaltsdauer ist ihm allerdings Dr.Gianetti suspekt, der aus den Patienten Laborratten macht, woraufhin diese zu kannibalistischen Bestien mutieren.
Jack muss rasch handeln und Schwester Lily befreien, bevor…

Auf den Punkt gebracht ist es wohl das hohe Erzähltempo, welches für durchgehende Unterhaltung sorgt. Diese „Insane“ – Stimmung wird nicht nur mit Großaufnahmen diverser Patienten unterstrichen, sondern durch die effektive Nutzung des Schauplatzes.
Allein als Jack im Hochsicherheitstrakt hinter Panzerglas in eine Einzelzelle gesteckt wird, während ringsum gebrüllt und gegrölt wird und ihm gegenüber ein Massenmörder Drohungen ausstößt, erweist sich als Alptraumszenario, wovon der Handlungsverlauf noch weitere bietet.

Dabei kommt man zwar nicht um einige Klischees herum, wie den dunkelhäutigen Wärter, der es nachts mit der nymphomanen Patientin treibt und sich von einem Insassen Pillen besorgen lässt oder dem Mad Scientist der Anstalt, welcher von Peter Stormare mit reichlich Overacting ausgestattet wurde, aber nichts desto trotz werden kontinuierlich Spannungsmomente geboten, - erst aufgrund der Tatsache, dass Jacks gespielte Verrücktheit nicht auffliegen darf, später, weil es aufgrund eines Kurzschlusses zum großen Ausbruch kommt und da ist reichlich was los in der Anstalt.

Denn besonders im letzten Drittel fliegen ordentlich die Fetzen, die turbulente Flucht von vier Personen wird von Attacken und Gegenwehr durchzogen, von verschlossenen Türen und Befreiungsversuchen, einem Wäscheschacht und einem konsequenten Ausgang der Geschichte, der direkt Lust auf eine Fortsetzung macht.
Dabei wird für Splatterfreunde einiges geboten, vom gebrochenen und gefressenen Arm über eine spritzende Halswunde, eine geräuschvolle Lobotomie und diverse Fressszenen, bei denen abermals eine Menge Blut spritzt.

Handwerklich grundsolide, darstellerisch größtenteils passabel bietet der Streifen eine mitreißende Mischung aus Anstalts – und Zombiefilm, die allenfalls ein leichtes Augenzwinkern hätte vertragen können, zumindest während der Kannibalen-Action.
Ansonsten ein flottes Ding mit einigen kranken Momenten, einer glaubhaften Identifikationsfigur und nicht zu wenig spritzendem Blut.
Nicht unbedingt erfrischend anders, aber erfrischend inszeniert.
7,5 von 10

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