Jack (Jesse Metcalfe) will seine Schwester Lily (Kiele Sanchez) aus einer Nervenheilanstalt rausholen - zu diesem Zweck spielt er ein bißchen verrückt und landet prompt in jener Klinik. Deren Chefarzt Dr. Gianetti (Peter Stormare) macht aber heimlich Experimente mit den Insassen, indem er ihnen irgendein Zeug ("Orphium") spritzt, das sie zu blutgierigen Kannibalen macht. Irgendwann geraten die Experimente außer Kontrolle und Jack, dem sein Normalsein nicht geglaubt wird, muß sich mit ein paar Anderen gegen eine wildgewordene Horde Patienten verteidigen.
Leider weiß man schon nach knapp einer halben Stunde, worauf der ganze Film hinausläuft: Auf eine möglichst lange und detaillierte Kampf/Flucht-Darstellung von "unschuldig Eingesperrten" gegen "blutrünstige Irre". Und genau so geschieht es auch, etwa ab Filmminute 50: begünstigt von einem Stromausfall können sich die Anstaltsinsassen innerhalb der Klinik frei bewegen, nur raus kann keiner und Jack, seine Schwester, Anstaltsfreund Dave und die ihnen freundlich gesinnte Pflegeschwester Nancy bilden ein logisches Quartett, das sich gegenüber den tobenden Wahnsinnigen behaupten muß. Logisch deswegen, weil ein vormals (?) Kranker dabei sein muß, genauso wie ein Mitglied der Klinik, schließlich will man ja mit dem Film keine politische Aussage treffen, weder gegen psychisch Kranke, noch gegen Psychokliniken. Stattdessen soll ein dürftiger Handlungsrahmen geschaffen werden, um temporeich zu slashen. Letzteres gelingt durchaus, allerdings fehlt dem Film aufgrund dieses Konstrukts jegliche Spannung, was auch für das völlig vorhersehbare und wenig spektakuläre Ende gilt.
Dazu kommen jede Menge Klischees: Der geradezu manisch auftretende Chefarzt, der über Leichen geht und unwillige Patienten mit Stromstössen bestraft, ein riesiger schwarzer Klinikwärter, der nachts bei nymphomanen Patientinnen "aushilft", ein Losertyp, der sehr schnell zu Jacks Vertrautem wird (und dadurch dessen dominante Hauptrolle nicht gefährdet) und die hübsche Stationsschwester Nancy (Olivia Munn), die ganz zufälligerweise in Jacks Alter ist und ebenfalls zu ihm hilft - während das übrige Personal deutlich älter und reservierter ist. Und weiter: Die einzige (?) Ärztin ist die Geliebte des Chefarzt und wird natürlich auch gebissen, übrigens von einem Patienten der in einem Käfig lebt (jaja...) und wer vom Blutrausch/Kannibalismus infiziert ist, ist an deutlich sichtbar veränderten Pupillen auch bestens zu erkennen - da weiß der Zuseher gleich, vor wem sich unsere Helden in Acht nehmen müssen.
Abgesehen davon enthält auch dieser Film wieder Logikfehler, die das Ganze ziemlich konstruiert bzw. schlicht unrealistisch erscheinen lassen: Zum einen hat sich Jack ja wegen seiner Schwester einweisen lassen - als er sie zum ersten Mal sprechen kann, meint sie daß sie gar keinen Bock hätte da rauszukommen, sondern im Gegenteil in Ruhe dort sterben wolle. Kurz später hat sie sich gänzlich anders entschlossen: jetzt will sie nur noch raus, was im Film dadurch erklärt wird, daß sie von den Experimenten des Chefs Wind bekommen hat. Ahja.
Nächster Punkt ist der Stromausfall, der zwar sämtliche Schließmechanismen der Häftlingszellen außer Kraft setzt (wie das?), aber andererseits dafür sorgt, daß die Klink nach außen hin hermetisch abgeschlossen ist ("Bei Stromausfall verriegeln sich die Ausgänge"). So einen "Schaltplan" gibts wohl nur im Film... Apropos, von Notstromaggregaten hat bei Insanitarium auch noch niemand was gehört. Ein weiterer Logikfehler ist der Umstand, daß es in der Klink anscheinend nur 5 Angestellte gibt, und das obwohl allein der Hochsicherheitstrakt mindestens 10 Zellen umfasst.
Der Brüller schlechthin ist dann die Sache mir der "Eispickel-Lobotomie" - soviel ernst vorgetragener pseudowissenschaftlicher Schwachsinn tut schon fast weh...
Die Slasherszenen sind größtenteils überzeugend geraten, teils ein wenig übertrieben, was die Wahl der Mittel betrifft (z.B. Machete durch den Kopf, oder der viel zu leicht abgerissene Arm der Ärztin), jedoch stets sauber dargestellt. Da kann man die Stelle, wo Jack eine von vorne huckepack aufgesprungene Patientin mit dem Messer abwehrt und dabei völlig blutfrei ein paarmal in deren Rücken sticht, durchaus mit einem Schmunzeln unter der Rubrik "CGI-Blut vergessen" ablegen...
Zwar weist der Film kaum Längen auf und ist recht stringent durcherzählt, dennoch bleibt der Mangel an Ideen und das völlige Fehlen von überraschenden Wendungen das Hauptmanko dieses Streifens.