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Ein Film wie die Berichterstattung der landesgartenschau: In wenigen Filmen sieht man mehr Busch als in "Black Cats - Schwarze Katzen, heiße Lust", ein Hohelied auf das holde Schamhaarund eine schmerzhafte Erinnerung, wie damalige Sexploitationkost Probleme wie sexuelle Gewalt verharmlost hat: als Meir Zarchi 1978 "Ich spuck auf dein Grab" drehte dürfte ihm derartige Kost als Mahnung gedient haben. Sieht man davon einmal ab amüsiert der Film mit etwas dezentem Sex, moderater Gewalt und jeder Menge guter Laune.

Außer am Anfang, wo unsere vier jugendlichen Protagonistinnen zum Einstand in den Film erstmal von einer verrohten Gangerhorde auf einer Baustelle vergewaltigt wird. Dieses bedrückende Schauspiel wird im deutschen Kinoableger des Filmes zu allem Überfluss noch mit saudummenSprüchen unterlegt, die selbst Rainer Brandt beschämt hätten ("Runter mit der Kleddage!") und wird von der munteren Mädelstruppe einige Wochen später weggelacht wie eine samstagabendliche Partyepisode. Gut Lachen haben die Mädels im Übrigen dank einiger Trips zum Schießplatz und dem frisch absolvierten VHS - Kurs in Karate, in welchem übrigens nur dem Sensei das Tragen einer Hose gestattet ist. 

Durch soviel Freizeitgewalt ermutigt gründen die Vier mit feschen Lederjacken eine dem Vigilantentum verschrienen Gang, um in Kutten, Augenbinden und Strumpfhosen, aber ohne Schlüpper, dem Baddies der Stadt zu zeigen, in wessen Gebüsch die Blüten der Gerechtigkeit am dollsten ausschlagen! Oder so ähnlich: ehrlicherweise existiert der Verein nur zum Stunkmachen in Kneipen und anderen Gesockstreffs und nachdem die neue Mitschülerin aus Jamaika den traditionellen Initiationsritus des Mädchenschulfilms absolviert hat ( = Nacktgekloppe in der Gruppendusche) zieht man nunmehr zu Fünft zur Maulschellenausgabe los, wobei ein perverses Ehepaar alte Wunden wieder aufreißt und förmlich um Abreibung bettelt.

Und das alles in einer knappen Stunde voller doofer Stereotypenwitze um Schwarze, Schwule, Schwanzgesteuerte und Schwachmaten. Mein linkes Herz mag an der Stelle kotzen, der edgy Teenager, der immer noch darin wohnt wie ein hausbesetzender Pöbelpunk feiert diesen Rotz dennoch und schmeißt vergnügt Bierdosen gegen den Fernseher. Dank der kurzen Spieldauer werden die Nachbarn auch nicht allzu sehr gestört. Ich lege vollstes Geständnis ab: ich mag den dooferotischen Style der Mädels, die diebische Freude, die sie beim Schurkenschänden an den Tag legen und den geballten Wahnsinn dazwischen. 

Müsste man den Film mit einem Albentitel beschreiben, wäre KIZs "Urlaub für's Gehirn" die Platte der Wahl. Und selbst diese unterbietet der Film vom Niveau her mit Abstand. Aber auf dem Boden liegt es sich bekanntermaßen entspannt und wenn dir dabei das Zwerchfell mit dem Baseballschläger massiert wird ist das schon ein Vergnügen, was man ansonsten selten findet und sonst auch nur in sehr unhygienischen, nicht vertrauenswürdigen Kreisen. Hier kriegt man das absolute Schmuddelgefühl ohne Hepatitisgefahr. Duschen sollte man nach Sichtung der Psyche wegen dennoch.

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