Alle Kurzkommentare


3

Arthouse entartet: Der für seine Sodomie- und Fäkalverzehrszenen berühmt-berüchtigte Tabuschocker stößt heute noch in einigen Ländern den Zensoren sauer auf. Manche wollen in dem Nachwerk eine Parabel auf Isolation, Sehnsucht nach Liebe und dem Zerbrechen an unerwiderten Gefühlen sehen, aber so weit würde ich nicht gehen. Ich habe eher den Eindruck, das obskure Produkt entstand nur aus einer Laune heraus und die Verantwortlichen lachten sich anschließend wegen des ausgelösten Skandals ins Fäustchen. Diese zwischen Streichelzoo und abstoßender Tierquälerei pendelnde Groteske, in der kein Wort gesprochen wird, ist als Film jedenfalls kaum zu bewerten (oder gar zu bezeichnen!); Sie ist aber in jedem Fall trist und mehr entnervend denn aufwühlend. Einmal gesehen und gut is! Dass der Protagonist ein verhaltensgestörter Autist ist, soll wohl seine Taten leichter entschuldbar erscheinen lassen.

8

Wenn ein Film den (dämlichen) Alternativtitel "Pig Fucking Movie" trägt, dann erwartet man wohl eines: dreckigen Schweinkram. In der Tat beinhaltet dieser belgische Kultstreifen jede Menge verstörender wie ekeliger Szenen, die man so schnell nicht vergisst. Auf der anderen Seite ist dieses Werk auch das tieftraurige Portrait dessen, was Einsamkeit und Isolation mit einem Menschen anrichten können. Selten hat ein Film das Prädikat "extremes Kino" so sehr verdient wie "Vase de Noces". Ein Kunsterwerk und eine Provokation gleichermaßen. Garantiert nicht für jedermann!

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