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Selten machte ein japanischer Film vor seiner Veröffentlichung so viel „Theater“ wie Ichi the Killer, welcher bis dahin jeden Film in Sachen Brutalität und kranken Ideen toppen sollte. Ob Ichi wirklich so ein geiler, kranker Film ist oder ob er nur hochgehypt wird, man wird es im folgenden sehen.


Der Boss Anjo einer Yakuza Bande ist verschwunden, und mit ihm gleichzeitig noch 100 Millionen Yen. Unter der Leitung von einem gewissen Kakihara (ein recht kranker Geselle, dazu später mehr) macht man sich sofort auf die Suche nach Anjo und nach einem kleinen Tipp schnappt man sich erst mal ein nächst bestes Mitglied einer anderen Gang und foltert ihn erst mal auf extrem kranker Art und Weise. Ausführende Person ist natürlich hier Kakihara.
Zwischen diesen Greultaten erfährt Kakihara von einem gewissen Ichi, der zahlreiche Menschen schon auf den Gewissen hat und dabei so brutal mordet wie kaum einer vorher.
Kakihara ist fasziniert von diesem Ichi und macht sich auf die Suche nach ihm. Sein wahres Ziel, seinen Boss Anjo zu finden, lässt er natürlich auch nicht aus den Augen und so erwartet uns noch einiges an kranken Szenen...


Vorab, solche Filme können wohl wirklich nur aus Asien kommen, genauer Japan. Teilweise ist Ichi the Killer schon recht harter Tobak, wobei aber die Szenen nie wirklich brutal rüberkommen, da sie immer extrem übertrieben werden und daher nicht so schocken wie andere bekannte Asien-Sickos.
Los geht es natürlich mit dem Typen Kakihara: Normalerweise stellt der Europäer sich den Japaner so vor, höfflich, schwarze Haare usw. Kakihara ist genau das Gegenteil. Blonde Haare, dazu das ganze Gesicht mit Narben überzogen, in den Wangen zwei Piercing-Ringe, die erst mal keinen Sinn machen, der Zuschauer aber später sieht, warum.
Dazu ist Kakihara noch extrem sadomasochistisch angehaucht. Was er teilweise mit seinen Gegner treibt oder auch mit sich selber wird für die meisten Leute wohl abartig wirken.
Ferner wird Kakihara auch noch zu einen Art Mini-Pinhead, aber seht selbst.

Weiter muss man sagen, dass eigentlich jeder Charakter hier einen Schaden hat, keiner ist normal, aber was erwartet man auch bei so einem Film?
Der nächste Knaller ist der vermeintliche unschlagbare Killer Ichi. Ichi ist aber jedoch ein kaputter Typ, der von einem ehemaligen Yakuza-Boss hypnotisiert wird und deshalb mit seinem tollen Anzug und Klingen an den Schuhen alles wegmetzelt, was sich ihm in den Weg stellt. Dazu ist Ichi noch sehr labil, sprich, er heult oft, und man hat schon seinen Spaß.

Takashi Miike hat hier sicherlich einen Film abgeliefert, den man nicht so schnell vergisst. Mit einigen kranken Ideen, besonders die Figur des Kakihara, wird der Zuschauer gut unterhalten. Dennoch würde ich den Film als nicht so hyperbrutal einschätzen wie ihn viele gerne hätten. Die Gore-Szenen passieren meistens im Off oder sind teilweise so übertrieben, dass man wirklich lachen muss. Jeder Medizinstudent wird lachend zusammenbrechen, wenn z.B. einigen Leuten die Kehle aufgeschlitzt wird, erst passiert nix, dann scheint die Ader zu explodieren, als ob man einen Schlauch angestellt hat und ihn mit dem Daumen zuhält. Müssen einen unglaublichen Kreislauf haben die Leute.
Auch die bekannte Gewalt gegen Frauen darf hier nicht fehlen. Sexszenen gibt es so gut wie keine, auch gibt es hier nichts zu sehen was Männer interessieren könnte, nur Schläge gegen Frauen bekommt man oft genug zu sehen, na ja, wer’s braucht.
Die Effekte wirken auch nicht so überragend, passen aber zum Film, da man den ganzen Film nicht ernst nehmen kann, besonders diesen Kakihara halt, der Knaller im ganzen Film. Ferner sollte man beachten, dass Ichi nicht der Gore-Knaller ist, wie einige behaupten oder zu lesen ist, zumindest von meiner Seite empfinde ich ihn nicht so blutig.

Zum Ende hin gibt es natürlich das große Finale Kakihara vs Ichi. Aber auch hier geht es nicht so einfach statten, man muss es einfach sehen und lachen. Aber trotzdem gibt es immer wieder Szenen, die dann nicht so lustig sind, auch am Ende.
Teilweise erinnert Ichi the Killer stellenweise an Untold Story, der ebenfalls derbe krank ist, nur, dass Untold Story weit weniger Humor hatte und dadurch noch brutaler wirkte.
Auch die Länge von fast 130 Minuten wirkt nicht wirklich störend auch Ichi the Killer. Zwar gibt es auch Stellen, wo erst mal gar nix passiert und nur gelabert wird, im nächsten Moment kommt aber wieder eine kleine Gemeinheit a là Kakihara und man wird wieder unterhalten.


Fazit: Ein guter Film aus Japan. Zwar nicht die megakrasse Bombe, die einem gerne weißgemacht wird aber man wird wirklich gut unterhalten. Schon alleine wegen diesem Kakihara lohnt sich Ichi the Killer. Hier kann man bedenkenlos zugreifen, nur man muss halt auf einiges gefasst sein und darf nicht alles zu ernst nehmen.

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