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"Meister Kenobi ist da. Jetzt erleben wir endlich ein richtiges Feuerwerk!"

Nach der viel diskutierten neuen Star Wars Trilogie, die zwar das Thema der Klonkriege anschnitt aber nie wirklich ins Auge fasste, gibt es nun weiteres Futter für alle Star Wars Jünger und die, die es werden wollen. Allerdings nicht mit realen Schauspielern sondern in animationstechnischer Form.

Wir befinden uns mitten in der Star Wars befindlichen Zeit der Klonkriege. Graf Dooku zieht nach wie vor mit seiner Droiden-Armee von Planet zu Planet um die Republik, deren Klonarmee und die rechtschaffenen Jedi Ritter strategisch günstig zu schwächen. Noch während die Republik Verhandlungen über einen Vertrag mit Jabba the Hutt zur Durchreise Handelsrouten führt, lässt Dooku dessen Sohn entführen und bezichtigt die Jedi Ritter der Republik für diese Tat verantwortlich zu sein. Den Jedis Anakin Skywalker und Obi-Wan Kenobi obliegt es nun den entführten Sohn zu finden und die Ordnung wiederherzustellen, damit die Verhandlungen wieder aufgenommen werden können.

Nun ist es also soweit, die Klonkriege werden, nach dem Erfolg einer bereits 2003 erschienen Zeichentrickserie, zum zweiten mal in tricktechnischer Form thematisiert. Dieses mal erscheint der Pilotfilm allerdings in größerem Aufwand im Kino und statt handgefertigten Zeichnungen stehen vollständig computergenerierte Bilder auf dem Programm.
Hier wird ein Großteil der Zuschauer bereits abgeschreckt. Die Figuren selbst wurden sehr kantig und starr visualisiert, man erkennt aber trotzdem ohne Probleme an welchem Schauspieler oder welcher Figur sie angelehnt wurden. Durch den gewöhnungsbedürftigen Look wird der Zugang zu den Charakteren anfangs ungemein erschwert, da auch auf Mimik oder emotionale Regungen fast völlig verzichtet wurde. Wer sich allerdings darauf einlässt wird neben den Figuren detaillierte, Star Wars typische Schauplätze und effektvolle Kämpfe zu Gesicht bekommen. Die Dogfights selbst können gar mit den realen Vorbildern konkurrieren.
Selbstverständlich ist auch die gewohnt orchestrale, musikalische Untermalung mit von der Partie, welche die Star Wars Atmosphäre von alleine trägt.

Bei "Star Wars: The Clone Wars" darf man nicht zuviel erwarten, denn geboten wird eigentlich nur eines: Action, Action, Action und davon im Überfluss. An allen Ecken kracht und rummst es mit lautem Getöse, wuchtigen Sounds und ansprechender graphischer Darstellung. Dies ist eigentlich genau das, was man von den Klonkriegen erwartet und sich vielleicht auch schon von den Filmen versprochen hatte. Somit wird nun endlich das actionorientierte Star Wars nachgeliefert, was wohl einige vermisst haben.

Es gibt zwei gewichtigere Neuzugänge die liebevoll in das Geschehen verflochten und glücklicherweise nicht direkt verpulvert werden. Auf der Seite der guten Jedis gesellt sich die freche Twi’lek Ahsoka Tano hinzu die durch ihre kindliche Art hin und wieder ordentlich für Wirbel und frischen Wind sorgt. Die Seite der dunklen Sith wird mit der diabolischen Ventress aufgestockt. Ganz besonders diesen beiden Neuzugängen wird recht viel Zeit gewidmet und wirken detaillierter als manch andere Figur.

Leider muss sich das tricktechnische Spektakel sehr viel gerechtfertigte Kritik gefallen.
Durch die massige Zahl an actionorientierter Sequenzen kommt die Handlung natürlich viel zu kurz und ist sprichwörtlich nur ein Alibi, denn genau genommen handelt es sich bei "The Clone Wars" um eine pure Aneinanderreihung von Actionsequenzen. Ist dies noch zu verschmerzen, wirkt die Action selbst auf Dauer ermüdend, da es an Abwechslung und Innovation mangelt. Die Schießereien hat man bald in aller erdenklichen Form gesehen und die Lichtschwertduelle wirken zu abgehakt und störrisch um begeistern zu können. Einige Stellen wurden gar dreist 1 zu 1 von den Filmen kopiert.
Der Ablauf selbst ist, durch viele schnelle Schnitte, arg hektisch geraten und wirkt so, als wolle man schnell fertig werden.
Und ausgerechnet das schnelle Tempo und die vielen Effekte der ersten Hälfte werden in der Zweiten stark verringert. Eine erwartete Steigerung ist nicht vorhanden.
Als ganz besonders störend fallen die unterirdischen Dialoge auf. Es ist verständlich, dass für so eine Art Film keine meisterlichen Wortgefechte mitgeliefert werden. Aber solch plumpe Dialoge können höchstens Kleinkinder begeistern für die der Film aber definitiv nicht geeignet ist.

"Star Wars: The Clone Wars" ist nichts Neues, alles was zu sehen ist war schon einmal zu sehen. Trotzdem weiß das Animationsspektakel kurzweilig und unterhaltsam zu gefallen, wenn man sich an die Animationen gewöhnt hat, und versprüht seinen eigenen Charme. Durch mehr Tiefgang, Innovation, einer längeren Spieldauer und Liebe zum Detail hätte man ohne Probleme weit an den neuen Star Wars Filmen vorbei ziehen können. Für Star Wars Fans, die sich gerne auf eine etwas andere Visualisierung einlassen, und allen, denen eine actionorientierte, plumpe Aufmachung nichts ausmacht, sehr zu empfehlen. Bitte vorher unbedingt den Kopf ausschalten!

8 / 10

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