Story (Spoiler):
Als der Sohn des mächtigen Schmugglerkönigs Jabba The Hutt entführt wird, bittet er die Jedi und die Republik um Hilfe. Diese kommen seine Bitte nur allzu gerne nach, da sie darin eine Chance sehen, dass sich Jabba in den Klonkriegen auf die Seite der Republik stellt, was eine wertvolle Unerstützung wäre.
Meister Yoda schickt die junge Ahsoka Tano zu Obi-Wan Kenobi und Anakin Skywalker, die auf dem Planeten Christophsis in einen schweren Kampf mit der Droidenarmee verwickelt sind. Ahsoka teilt den beiden nicht nur mit, dass sie von nun an die Aufgabe haben, Jabbas Sohn zu befreien, sondern auch, dass sie Anakin als Padawan zugeteilt wurde. Dieser ist darüber gar nicht glücklich, doch im folgenden Kampf erweist sich Ahsoka als nützliche Hilfe.
Nachdem die Schlacht auf Christophsis gewonnen ist, begeben sich Anakin und Ahsoka nach Teth, wo Jabbas Sohn gefangen gehalten wird. Obi-Wan macht sich auf den Weg nach Tatooine, um noch einmal mit Jabba zu verhandeln.
Auf Teth ist unterdessen ein heftiger Kampf entbrannt und nur mit viel Glück und dem zur Rettung herbeieilenden Obi-Wan gelingt es Anakin und Ahsoka schließlich Jabbas Sohn aus den Händen der dunklen Jedi Asaji Ventress zu befreien. Während Obi-Wan und einige Klontruppen weiter mit den Droiden kämpfen, reisen Anakin und Ahsoka nach Tatooine zu Jabba, um ihm seinen Sohn zu bringen.
Was niemand weiß: Die ganze Angelegenheit wurde von Count Dooku eingefädelt, um die Republik und die Jedi bei Jabba ihn Misskredit zu bringen. Denn Dooku hat Jabba mittlerweile glaubhaft versichert, dass die Jedi für die Entführung seines Sohnes verantwortlich sind.
Senatorin Amidala versucht unterdessen auf Coruscant mit Jabbas Onkel Zero in Kontakt zu treten, da sie hofft, dass dieser Jabba überzeugen kann, dass die Jedi nichts mit der Entführung von Jabbas Sohn zu tun haben. Doch Zero steckt mit Dooku unter einer Decke und nimmt Amidala gefangen.
Die einzige Hoffnung ist nun, dass Anakin und Ahsoka Jabbas Sohn lebend zurückbringen, was sich jedoch als äußerst schwierig erweist...
Kritik:
Die Story von "The Clone Wars" ist selbst für Star Wars Verhältnisse recht mager. Vor allem fehlt es ihr an Dramatik und Tiefe, so dass der etwas erfahrene Zuschauer recht schnell weiß, was als nächstes passiert. Allerdings darf man nicht vergessen, dass "The Clone Wars" eigentlich nichts anderes ist als der Pilotfilm zur gleichnamigen Serie, und als solcher dient er vorrangig erstmal der Exposition der Hauptcharaktere, der Rahmenhandlung und des Setting. Hier dieselben Maßstäbe anzulegen, wie an die eigentlichen Star-Wars-Filme wäre also verfehlt. Trotzdem wäre es wünschenswert gewesen, wenn die Handlung nicht nur dazu dienen würde, die Charaktere von einem Schlachtfeld zum nächsten zu schicken. Und so wartet man vergeblich darauf, dass mit irgendetwas anderem als mit Blastern und Lichtschwertern Probleme beseitigt werden. Auf die Dauer ist das recht ermüdend.
Hinzu kommt, dass gerade die Lichtschwertkämpfe recht unspektakulär sind. Gerade nach dem, was man in Episode II & III gesehen hat, hätte man sich hier mal was Neues einfallen lassen können. Alle anderen Kämpfe hingegen sind herausragend und sehr innovativ in Szene gesetzt. Vor allem die vertikal stattfindende Schlacht beim Aufstieg auf eine Felsspitze ist äußerst gelungen. Für die Serie wünsche ich mir unbedingt mehr von so einfallsreichen Schlachtfeldern.
Was die Dialoge anbelangt, so muss man sich hier - nach guter alter Star-Wars-Tradition - auf eine durchwachsene Angelegenheit einstellen. An den ernsteren Stellen kommt man selten über Belanglosigkeiten oder Dinge, die der Zuschauer sowieso schon weiß, hinaus, aber das ist man von Star Wars ja gewohnt. Besser wird es dann, wenn es witzig wird (oder werden soll) - schon immer ja eine Stärke vor allem der alten Star-Wars-Filme. Ein Haufen Witze geht aber leider auf Kosten der mittlerweile nur noch lächerlichen Kampfdroiden. Slapstick und ein paar nur dumme aber nicht witzige Kommentare werden einem hier präsentiert. Kinder mögen sich darüber zwar amüsieren können, aber leider kaum ein Erwachsener.
Das aus den Prequelteilen bekannte Duo "Obi-Wan und Anakin", die ja immer einen guten Lacher hervorbrachten, wird in "The Clone Wars" allerdings aufgelöst... und zwar zu Gunsten des nicht weniger amüsanten Duos "Anakin und Ahsoka". Das konfliktgeladene Verhältnis der beiden sorgt für ein paar wunderbare Gags, und auch Ahsoka alleine hat immer einen frechen Spruch auf Lippen. Und auch Obi-Wan braucht keine Begleiter für seinen trockenen Humor.
Dass man "The Clone Wars" auf ein jüngeres Publikum ausgerichtet hat, wird niemand abstreiten können, aber bis auf die Gags mit den Droiden ist der Film keinesfalls kindisch wie oft behauptet. Und es wird wohl auch niemand hingehen und behaupten wollen, Star Wars hätte je etwas mit ernsthafter Erwachsenenunterhaltung zu tun gehabt...
Bleibt zu hoffen, dass Ahsoka nicht zur reinen Witzfigur in der Serie wird, denn eigentlich ist ihr Charakter einer der besten Einfälle des Films. Das Schicksal aller anderen Hauptcharaktere ist ja bekannt, so dass die Macher von "The Clone Wars" um mindestens eine weitere zentrale Person gar nicht drumherumkamen. Potential für eine interessante Geschichte ist da auf jeden Fall gelegt. Das Duo Ahsoka-Anakin wird in der Serie jedoch hoffentlich keine Abnutzungserscheinungen davontragen. Aber das wird man sehen...
Achja, das englische Original ist in jedem Fall der deutschen Synchro vorzuziehen. Die deutsche Fassung kann zwar mit den "original" Synchronstimmen aus den Filmen aufwarten, während im englischen "nur" Christopher Lee (Count Dooku), Anthony Daniels (C-3PO) und Samuel L. Jackson (Mace Windu) ihre Stimmen ihren Filmcharakteren leihen, aber grade der Humor leidet deutlich unter den deutschen Stimmen (Warum werden offensichtlich lustige Stellen mit Todesernst gesprochen?). Außerdem sind die englischen Stimmen ihren Originalen sehr ähnlich.
Bei Animationsfilmen ist natürlich immer - der Name sagt's - der Animationsstil wichtig. Hier hat man sich von den Figuren her (bewusst) an einer Mischung aus "Thunderbirds" und Anime bedient, wodurch vor allem die Gesichter recht kantig wirken. Dies schränkt bei einigen (nicht bei allen) menschlichen Figuren (z.B. bei Count Dooku) die Bandbreite möglicher Mimik stark ein. Andere Figuren, wie z.B. Ahsoka oder manche Aliens, hingegen profitieren von diesem stilisierenden - aber nie karikaturhaften - Stil. Hintergründe, Raumschiffe, Fahrzeuge, Gebäude, etc. sehen jedoch sehr realistisch aus, so dass man sich manchmal fragt, ob man jetzt grade wirklich einen Animationsfilm schaut, oder nicht doch etwa Epidose III. Einzig die auch bei den unbelebten Bildelementen dezente Überzeichnung verrät einem dann Näheres. Bei größeren Hintergrundflächen fällt außerdem auf, dass die Texturen gemalt sind, was sich aber wunderbar an den gesamten Animationsstil anpasst. Ansonsten fällt ein Vergleich mit bekanntem schwer, denn "The Clone Wars" hat einen ganz eigenen, gewöhnungsbedürftigen Look. Das Tolle ist jedoch, dass grade durch die realistischen Hintergründe, das typische Star-Wars-Feeling direkt beim Zuschauer einstellt. Die Figuren muten zwar anfangs etwas merkwürdig an, vermitteln aber ebenfalls das richtige „Look and Feel“ und wirken keineswegs wie Fremdkörper in dem - wie gesagt - doch recht realistisch dargestellten Umfeld. Das Einzige, was mich gestört hat, waren die dem stilisierenden Stil geschuldeteten detailarmen Umgebungen. Hoffentlich ist das bei der Serie anders!
Sound und Optik von "The Clone Wars" sind - ebenfalls nach guter alter Star-Wars-Tradition - einfach nur ein Genuss. Der Regisseur Dave Filoni kann zwar nicht mit dem Gefühl für das richtige Verhältnis von Bildern und Story und dem visuellen Einfallsreichtum eines George Lucas mithalten, aber das heißt nicht, dass "The Clone Wars" ein optischer Rohrkrepierer ohne Ideen ist. Ganz im Gegenteil: Allein die schon erwähnte vertikal an einer Felsklippe stattfindende Schlacht, oder die Schlachten zwischen den Wolkenkratzern auf Christophsis und auch die Kneipe von Jabbas Onkel Zero beweisen, dass man sich auch einige brilliante Szenen hat einfallen lassen. George Lucas hat da vermutlich auch immer mal wieder seine Finger im Spiel gehabt.
Der Soundkulisse fehlt manchmal zwar ein wenig der "Wumms" aber die gewohnte Qualität muss niemand vermissen und das vertraute Geräusch von aufeinander krachenden Lichtschwertern schon gar nicht.
Dolby-Sorround und ein HD-Bild erhöhen im Übrigen das Filmvergnügen noch mal um ein überproportionales Maß hinaus.
Für Star-Wars-Filme immer wichtig ist die Musik. Hier hat man sich an den vertrauten Themen aus den Filmen orientiert, allerdings erreichen diese klassisch geprägten Stücke nicht die Qualität der bombastischen Stücke von Altmeister John Williams. Und zwischendurch wird es dann stellenweise auch ganz ungewohnt. Statt den vertrauten klassischen Klängen vernimmt man öfters auch mal laute E-Gitarren, rhythmische Elektrosounds, stimmungsvolle Jazzmusik oder orientalisch-asiatische Melodien. Diese eher untypischen Musikelemente sind aber auch gerade die besten des Scores, während der Rest nicht über (aber auch nicht unter) das Mittelmaß hinauskommt.
Fazit:
Star Wars polarisiert. Manche lieben es, manche hassen es. Und die, die es lieben, wurden durch die Prequeltrilogie noch mal gespalten. "The Clone Wars" wird da keine Brücken schlagen, sondern die Lager erneut spalten. Der ungewöhnliche Animationsstil hat daran vermutlich noch den geringsten Anteil. Vielmehr werden sich die Fans daran stören, dass eine ganze Reihe an Star-Wars-typischen Dingen verändert wurde. Der Soundtrack und die noch stärkere Hinwendung auf ein jüngeres Publikum mittels vermehrter Komik sind nur zwei Beispiele. Mir persönlich haben diese Neuerungen aber sehr gut gefallen, zumal das erwachsene Publikum keineswegs ausgeklammert wird (Ausnahme: Droidenwitze, s.o.). Beinharte Fans, Traditionalisten und erklärte Innovationsfeinde werden das natürlich anders sehen.
Wer aber alle positiven und negativen Vorurteile beiseite legt und sich nicht von seinen Erwartungshaltungen leiten lässt (seien die nun von den alten oder den neunen Star-Wars-Filmen geprägt), der wird zugeben müssen, dass "The Clone Wars" ein guter aber kein überragender Sci-Fi-Action-Animationsfim ist. Wer - wie ich - ein genereller Star-Wars-Fan ist, dessen Urteil wird vielleicht - aber bei Weitem nicht zwingend - besser ausfallen.