Review

Wenn man in der langen Achterbahn-Karriere des Belgiers Jean-Claude Van Damme über „The Order“ eine stellvertretend markante Szene sucht: Das ist der, wo er für ein paar Minuten in der Verkleidung eines orthodoxen Juden durch Jerusalem turnt.
Tempo und Action kommen in diesem Streifen wahrlich nicht zu kurz, sondern eher das Script, welches in vielen Punkten zu unausgegoren erscheint.

Van Damme mimt den Kunsträuber Rudy, der soeben ein wertvolles Fabergé-Ei in Odessa geklaut hat, kurz darauf wird jedoch sein Vater Oscar in Israel geklaut. Rudy begibt sich auf dessen Spuren und stößt bald auf die titelgebende Sekte und ihre Weltuntergangspläne…

Tiefgang durfte man in Filmen mit Van Damme nie erwarten und so ist seine Figur auch hier ein oberflächlicher Charakter, zwar mit moralischen Prinzipien, aber sehr wenig Background.
Fans hingegen dürfte es reichen, dass der agile Belgier noch immer nicht zum alten Eisen gehört und die meisten seiner Stunts selbst erledigt und seinen berüchtigten Grätsch-Sprung genauso sauber abliefert, wie diverse Kicks und Akrobatiken.

Überhaupt ist der Streifen durchzogen mit Reliquien der guten alten Zeit, wenn man so möchte. Charlton Heston übernahm eine kleine Rolle als befreundeter Wissenschaftler, während für die passende musikalische Untermalung kein Geringerer als Pino Donaggio zuständig ist. Dass die exotischen Schauplätze fast wie eine Hommage an die „Indiana Jones“ – Reihe wirken, dürfte bei alledem kein Zufall sein.

Und so abenteuerlich geht es letztlich auch zu. Van Dammes Rudy muss sich in der Ukraine gegen Museumswärter durchsetzen, in Israel vor der Polizei und einem wuchtigen Markthändler behaupten, einen Bösewicht mit dem Motorrad verfolgen und final einen Endkampf mit Schwert bestreiten und nebenher eine Zeitzünderbombe loswerden.
Körperlich hat er wie immer mehr zu tun als mimisch, was bei Van Damme eher eine gute Vorraussetzung darstellt.

Dabei täuschen die exotisch anmutenden Schauplätze und gelungenen Landschaftsaufnahmen häufig über das schwachbrüstige Drehbuch hinweg. Welches Ziel verfolgt die religiöse Sekte genau, warum ist Polizei-Frau Dalia plötzlich auf Rudy Seite und wieso hat nicht schon längst jemand die Schatzkammer ungeheurer Bedeutung gefunden, wenn diese durch lediglich zwei kleine Fallen geschützt wird?
Fragen, über die man sich aufgrund des flotten Erzähltempos und der gut dosierten Action erst im Nachhinein Gedanken macht.

Infolgedessen bleiben Überraschungen, aber auch wirklich fesselte Szenen aus, es wird zu keiner Zeit Spannung zum Mitfiebern geboten. Auch wenn eine Hatz am Flughafen und das Einschleusen in die Sekte bunte Abwechslung bieten, - dem Ganzen mangelt es ein wenig an peppigen Szenen und, bis auf einige Landschaftsimpressionen, erinnerungswürdigen Bildern.
Für Fans des Belgiers bietet der Streifen hingegen ein buntes Programm zum Abschalten und Mitfeiern, denn nicht zuletzt einige Kicks in Zeitlupe wirken fast wie eine Hommage an die Zeit von „Bloodsport“ und Konsorten.
Im Gesamtbild zwar oberflächlich, aber eben kurzweilig und das ist an manchen Tagen die Hauptsache.
Knapp
7 von 10

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