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Der Profi-Dieb und Schmuggler Rudy Cafmeyer erfährt im Anschluss an seinen jüngsten Coup, bei dem er ein wertvolles Fabergé-Ei erbeutet hat, von dem Verschwinden seines Vaters Oscar, der offenbar in Jerusalem gekidnappt wurde... und welcher zudem auch eine antike Karte in seinem Besitz hatte, die den Weg zu einem legendären, unterhalb der Stadt versteckten Schatz weisen soll. Um seinen Vater zu befreien reist Rudy prompt nach Israel und gerät dort gemeinsam mit der örtlichen Polizistin Dalia an eine religiös-fanatischen Splittergruppe der während der Kreuzzüge von dem Tempelritter Charles Le Vaillant gegründeten Sekte "The Order", deren Oberhaupt Cyrus einen heiligen Krieg vom Zaun brechen will, indem er die Klagemauer in die Luft sprengt... Nachdem er im Anschluss an seine Hochphase Mitte der 90er spätestens 1999 mit "Universal Soldier - Die Rückkehr" seinen Abschied von der großen Leinwand einreichen musste, ging es für Jean-Claude Van Damme doch zumindest - anders als etwa bei Dolph Lundgren und Steven Seagal -  nicht direkt ab in niedere C-Film-Gefilde, denn zuvor hat es zumindest noch für dieses vorliegende, recht ansehnliche Filmchen aus dem ehemaligen Nu Image-Stall Millennium Films gelangt... und alleine schon der Umstand, dass Van Damme hier nochmal mit seinem "Leon"- und "Geballte Ladung"-Regisseur Sheldon Lettich zusammenarbeiten durfte und man ihm namhafte Darsteller wie Brian Thompson, Ben Cross und sogar Charlton Heston zur Seite gestellt hat, kennzeichnet "The Order" doch zumindest noch als gehobene Video-Premiere, bei der produktionstechnisch noch ein gewisser Aufwand betrieben wurde. Die israelischen Original-Drehorte machen durchaus was fürs Auge her und die solide Action (die üblichen Fights sowie eine Auto-Verfolgungsjagd durch ziemlich schmale Gassen) leidet lediglich unter dem völlig verhauenen Schnitt, der mit seinen teils nur sekundenbruchteil-langen Einstellungen stellenweise getaktet ist wie ein aktueller Til Schweiger-Streifen, was bisweilen schon ein wenig nerven kann. Es wäre sicher falsch, zu behaupten, das man bei dem filmischen Output des Belgiers gemeinhin sein Gehirn einschalten müsste, aber von allen seinen Streifen ist "The Order" doch irgendwie derjenige, der ob der saloppen Handlung und eines latent ironischen Touches am ehesten zur reinen Berieselung taugt. Augenzwinkern ist hier nämlich angesagt: Schon die Art und Weise, auf die in der Eingangs-Sequenz während eines Einbruchs im Kampf gegen einige Wachmänner rabiat mit zerbrechlichen Ausstellungsstücken herumhantiert wird, verbreitet mehr schieres Jackie Chan-Flair als sonstwas und ähnlich unernst geht es dann im Anschluss auch weiter. So sehe ich das Ganze dann alleine schon von der Tonalität her doch eher als kleine Kopie von "Der rechte Arm der Götter" denn als lupenreinen Indiana Jones-Abklatsch, auch wenn sich Jean-Claude Van Damme als Co-Drehbuchautor hier zum Ende hin doch ziemlich ungeniert beim Schluss-Part vom "letzten Kreuzzeug" bedient. Klar, mit den genannten Vorbildern kann man nicht im Ansatz konkurrieren, aber als kurzweiliges Abenteuerfilmchen, dessen Hauptdarsteller durchaus auch gewillt ist, sein eigenes Image ein wenig auf die Schippe zu nehmen, hat "The Order" doch definitiv seinen Charme. Ein durch und durch sympathisches Werk.

7/10

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