Während die ganze Welt von den Horrorfilmen auch Frankreich schwärmt, schlägt mein Herz eher für das australische Genrekino. Nicht ganz unbegründet, denn mit „Wolf Creek“ und „Storm Warning“ hat der Kontinent zwei erstklassige Genrevertreter abgeliefert und der dritte steht jetzt in den Startlöchern: „Dying Breed“
Story: Auf der Suche nach dem tasmanischen Tiger macht sich die junge Zoologin Nina mit ihrem Freund Matt auf nach Tasmanien. Mit dabei ist Matts Partysuchender Kumpel Jack und dessen aktuelle Freundin Rebecca. Doch nicht nur die legende des tasmanischen Tigers gibt es auf der Insel die vor der Küste Australiens liegt. So geistert auch die Geschichte des Engländers Alexander Pearce umher. Bekannt als „The Pieman“ wurde er für Kannibalismus verurteilt und seine Nachfahren sollen in den Wäldern von Tasmanien leben. Mit dieser Sippe machen Nina und ihre Begleiter schnell Bekanntschaft, welche dringend Frauen für ihren Nachwuchs benötigen.
Wie man sich vielleicht denken kann, erfindet auch „Dying Breed“ nicht das Genre neu, aber er bietet nach langer Zeit mal wieder einen wirklich sehr guten Beitrag zum Backwoodhorror, welcher mittlerweile durch unzählige minderwertige Filme zu Tode geritten wird. Aus diesem Sumpf hebt sich „Dying Breed“ allerdings wohlwollend heraus. Unterlegt mit wunderschönen Naturaufnahmen Australiens bzw. Tasmaniens schafft es Regisseurin Jody Dwyer einen spannenden und packenden Survivalthriller zu drehen. Atmosphärisch dicht erzählt lässt sie das Grauen nach und nach auf den Zuschauer los. Während in die erste Hälfte zum Aufbau der Geschichte und die Einführung der Charaktere genutzt werden wartet die zweite Hälfte mit dem puren Horror auf.
Denn mit dem Auftauchen der degenerierten Sippschaft steigt auch der Goreanteil sprunghaft. Dort werden dann Spitzhacken in Körper getrieben, Kehlen durchgeschnitten, Pfeile die Köpfe durchbohren und wieder andere Nettigkeiten erwarten den Gorehound. Unterlegt wird das Ganze durch die Kannibalenthematik durch die es auch ein paar solche Szenen gibt. Sehr krass die Szene als die Gruppe die nackte, verstümmelte Rebecca auffindet, die an einem Haken baumelt. Die Szene erinnert stark an die berühmte Szene aus „Cannibal Holocaust“ mit der nackten Frau die auf dem Pfahl gespießt wurde.
Positiv zu erwähnen ist auch der Cast, welcher sehr sympathisch rüberkommt und mit Leigh Whannell („Saw“) und Nathan Phillips („Wolf Creek“) auch zwei bekannte Gesichter zu bieten hat. Ansonsten bedient sich Dwyer an den üblichen Genreklischees die allerdings aufgrund der guten und flotten Inszenierung nicht groß auffallen und störend wirken. Störend wirkt aber die Nutzung von einigen CGI-Effekten, welche nicht sonderlich gut aussehen und nicht wirklich zu dem Film passen. Ausgeglichen wird dies aber durch das böse Ende, welches ich an dieser Stelle nicht verraten möchte, aber den Zuschauer schon mit einem leicht unguten und vielleicht auch unzufriedenen Gefühl aus dem Film entlässt.
„Dying Breed“ ist endlich mal wieder gutes Backwoodkino, das sowohl spannend als auch atmosphärisch ist und vor allen nicht billig wirkt. Gewürzt mit ein paar saftigen Schocks und Gewaltszenen. Unbedingt ansehen.