„Things have to stay hidden – to survive!“
Mehr muss der tasmanische Redneck auch nicht von sich geben, um mit einem Satz zu untermauern, dass Städter im Hinterland nichts zu suchen haben und allenfalls hübsche Frauen als Gebärmaschine ausgeliehen werden.
Den Rest mag man sich bereits ausmalen, - es handelt sich um den x-ten Backwood-Slasher für all diejenigen, die ein weiteres rotes Kreuz auf ihrer Hillbilly-Weltkarte einzeichnen möchten.
Dieses gehört nach Australien in den tiefsten Dschungel, wo Nina und drei Freunde nach Spuren des tasmanischen Tigers suchen, da ihre Schwester vor acht Jahren mit der Forschung begann, jedoch irgendwann tot aus dem Wasser gefischt wurde.
Jedoch stoßen die vier auf etwas ganz anderes…
...was mal wieder zu viel Zeit in Anspruch nimmt und auf expostitorischer Ebene nichts als Klischees und Oberflächlichkeiten mit sich bringt, jedoch zu wenig drohendes Unheil ankündigt.
Bei den vier Figuren (traumatisierte Heldin, der Ausgeglichene, der Provokateur, die Hübsche) handelt es sich um kaum markante Persönlichkeiten, die zunächst von der Straße abgedrängelt werden, in der Dorfkneipe wenig freundlich behandelt werden und alsbald Bekanntschaft mit einem merkwürdigen Mädchen machen. Rund die Hälfte der Laufzeit ist bereits vergangen, als überhaupt mal das Böse in Erscheinung tritt.
Doch auch danach will der Funke nie so recht überspringen, obgleich die geheimnisumwobene Landschaft atmosphärisch eingefangen wurde, der Score die trübe Stimmung unterstützt und auch die Darsteller generell nicht die untalentiertesten sind.
Zu wenig Tempo, zu unspektakuläre Konfrontationen und zu wenige Übergriffe im Allgemeinen sorgen dafür, dass die Spannung latent auf Sparflamme köchelt und erst in den letzten Minuten ein wenig verstärkt wird.
Zumindest sind für die Gore-Hunter noch ein paar Szenen übrig, die von technischer Seite her ganz solide ausgefallen sind, vom Biss in den Hals, angedeuteten Fressszenen, einem Kehlenschnitt und einem Pfeil durch die Wange fließt ab und an Blut, auch wenn explizite Foltermomente ausbleiben und auch gegen Ende eher Zurückhaltung herrscht.
Das hauptsächliche Problem des Streifens bleibt seine überraschungsfreie Story, die zu keiner Zeit über den bekannt schematischen Ablauf hinauskommt.
Man ahnt früh, wer am Ende womöglich überleben könnte, wer der Drahtzieher auf Seiten der Fieslinge ist und welches Geheimnis die Einheimischen umgibt, was in diversen, durchaus gekonnt in Szene gesetzten Flashbacks zu einem Ganzen integriert wurde.
Letztlich wird hier jedoch nur Oberflächliches geboten. Vom tasmanischen Tiger fehlt weit und breit jede Spur und was die kannibalistisch veranlagten Rednecks betrifft, so ist von solchen Typen anderweitig schon mal mehr Schrecken verbreitet worden.
Handwerklich solide, ansonsten aber zu einfallslos, um über passable 90 Minuten hinaus zu kommen.
5 von 10