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Dying Breed


Ein Kannibalen Backwood Slasher aus Australien aus dem Jahre 2008 indem Leigh Whannell, einer der Drehbuchautoren und Hauptdarsteller im Original Saw-Film, mitspielt. Da kann man doch mal einen Blick riskieren, zumal Australien nicht gerade mit Massen an Horrorfilmen glänzt und es ja vielleicht ein wirklich gelungener Beitrag zum Horrorfilmgenre sein könnte.

Kurz zur Story:
Die junge Zoologie Studentin Nina unternimmt mit ihrem Freund Matt und dessen besten Freund Jack samt Freundin Rebecca eine Expedition in die tiefen Wälder Tasmaniens um den sagenumwobenen Tasmanischen Tiger zu finden der seit fast 100 Jahren offiziell als ausgestorben gilt aber immer wieder mal angeblich gesehen worden ist. Ninas Schwester Ruth ist bei dem gleichen Vorhaben vor 8 Jahren in derselben Gegend ums Leben gekommen, was Nina bis heute nicht loslässt und sie auch das näher recherchieren will. Unterwegs treffen sie auf merkwürdige und bedrohlich wirkende Einheimische und erfahren von der Legende des „Pieman“. So wurde ein 1822 geflohener Verbrecher genannt, der nach seiner Flucht in der Gegend lebte und sich durch Kannibalismus am Leben hielt.

Der Zuschauer wird im Film durch einen Prolog in den ersten 3 Minuten mit Alexander Pearce, dem Kannibalen „Pieman“, bekannt gemacht, somit ist er klar im Vorteil zu den agierenden Protagonisten, denn Nina und ihr sehr unprofessionell Zusammengewürfeltes Expeditionsteam scheinen mehr auf einen Ausflug zum gemütlichen Zelten vorbereitet als auf einen ernstzunehmenden Forschungstrip ins wirklich unberührte, wilde und menschenleere Waldgebiet. Die Naturaufnahmen hiervon sind wirklich beeindruckend und vermitteln die Schönheit aber auch die Unwirtlichkeit dieser imposanten Gegend. Mit dem Nagelneuen Geländewagen des hitzköpfigen Jack begeben sich die vier auf die Reise. In dieser Zeit versucht der Film uns die Charaktere näher zu bringen, doch das geht mächtig daneben, denn alle bleiben blasse Stereotypen und die Dialoge nerven eher, als dass sie dem Zuschauer mehr Einblick verschaffen würden. Immerhin gibt es immer noch schöne Naturaufnahmen und die Atmosphäre im dichten, lichtkargen Waldgebiet steigert sich langsam ins Bedrohliche. Diese Steigerung der grusligen Atmosphäre mündet im Erreichen des Dorfes. Die Lokalität vermittelt unheilvolles und ihre Bewohner tun ihr übriges um die Stimmung angespannt und interessant zu halten, jedoch verliert sich diese Spannung am nächsten Morgen als die vier ihre Expedition mit dem Boot fortsetzen. Ab hier geht’s wieder durch beeindruckende Naturkulissen und einfach nur nervige Dialoge Richtung Filmmitte. Wir warten langsam ungeduldig auf die schockierenden Horrorelemente und werden ab der zweiten Hälfte des Filmes auch einige zu sehen bekommen. Die sind jetzt nicht besonders ausgefallen oder brutal, eher der Standartsplatter solch Genretypischer Kannibalenslasher. Hartgesottene Gorehounds werden kaum auf ihre Kosten kommen, dem Normalzuschauer wird es aber mehr als reichen um sich zu ekeln.
Was sehr wehtut bei diesem Film ist die absolute Unlogik und das nicht nachvollziehbare Verhalten und Handeln der Hauptdarsteller, die teilweise so agieren, dass sie selbst in einer normalen Stadt vor lauter Blödheit unter den Bus oder die Straßenbahn geraten würden und somit selbst Schuld sind an ihrem Unglück. Aber irgendwie muss das so sein, denn in keinem anderen Genre sind die Regeln so festgefahren wie im Horrorfilm und würden die Protagonisten intelligent handeln dann hätten wir keine Opfer, kein Blut und nicht das, was der Horrorfilm Zuschauer sehen will. Jedoch will und sollte der Zuschauer auch mitfiebern können, Anteil am Schicksal der Protagonisten nehmen, ihnen die Daumen drücken und mithoffen, dass sie es vielleicht schaffen dem Horror zu entkommen und das kann ein Film nur, wenn das Handeln und das Verhalten der dort agierenden Personen einigermaßen nachvollziehbar und nicht nur dumm ist. Das ist aber nicht die Schuld der Schauspieler, sondern liegt am unausgereiften Drehbuch, das ab der zweiten Hälfte des Filmes auch jeglichen Sinn für einen gelungenen Plot vermissen lässt und sich nur noch auf die Effektszenen konzentriert.
Alles in allem kann man sich den Film mal angucken und die Wälder Tasmaniens bewundern, eine Offenbarung und Innovation des Horrorfilmgenres ist er jedoch nicht unbedingt, aber vielleicht haben Sie ja eine ganz andere Meinung.
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