Man scheut schon mal keine Vergleiche mit "The Hills have Eyes", doch selbst wenn man das volle Potential ausgeschöpft hätte, käme man an das große Vorbild nicht heran. Regiedebütant Jody Dwyer vertritt den australischen Horror nur mittelmäßig, Greg Mclean konnte das besser mit "Wolf Creek". Aber "Dying Breed" hat keine uninteressante Vorgeschichte zu bieten. Der kleine Kontinent war ja mal eine Gefängnisinsel und als einziger Häftling konnte Alexander Pierce (Peter Docker), auch "Pieman" genannt, fliehen. Er wurde nicht wieder gefunden, doch man meidet die tasmanischen Wälder, viele Menschen sind dort schon spurlos verschwunden.
Auch Ninas (Mirrah Foulkes) Schwester fand dort den Tod. Auf der Suche nach einer seltenen Tigerart, ist sie angeblich ertrunken. Nina will der Sache auf den Grund gehen und gleichzeitig beweisen, dass es den seltenen tasmanischen Tiger noch gibt. Begleitet von ihrem Freund Matt (Leigh Whannel) und dem Paar Jack (Nathan Phillips) und Rebecca (Melanie Vallejo) macht sich Nina in die endlosen Wälder auf. Schon bald merken die Vier, dass sie in den Wälder nicht alleine sind. Haben etwa die seltsamen Hinterwäldler etwas damit zu tun, oder spukt der "Pieman" noch durch die Wälder ?
Wenigstens müssen wir uns nicht mit Teenies herumschlagen. Drei der Gruppe verhalten sich sehr erwachsen, doch Jack, verkörpert von Nathan Phillips, zerrt an den Nerven des Zuschauers. Leider muss es immer einen Proleten geben, der mit seinem dummen Geschwätz, sich in den Fordergrund zu drängen versucht. Doch die restliche Rige beherrscht sich und liefert ein ordentliches Schauspiel ab.
Würde Dwyer jetzt noch ein wenig auf die Tube drücken, so wäre man lückenlos unterhalten, doch erst in der zweiten Halbzeit entfaltet sich der Horror. Dauerhaft gut sind nur die Sets. Nicht nur die Wälder versprühen Bedrohlichkeit, sondern auch das verfallene Dorf der Hinterwäldler. Man kann sich schon denken, was die aushecken und bis auf das Finale bleibt alles vorhersehbar. Doch erst die lange Anfahrt zum Dorf, dann muss man da noch eine Nacht verbringen und schließlich wandert man in die Wälder. Vor dem ersten Angriff eines Kannibalen, ist die zweite Filmhälfte schon eingeläutet. Vorher passiert kaum nennenswertes. Aber "Dying Breed" baut mit der Dezimierung der kleinen Truppe kontinuirlich Spannung auf, inklusive einiger blutiger Goreeffekte. Die Gruppe wird durch den Wald gehetzt, tappt in Bärenfallen, macht aber auch immer den gleichen Fehler. Ständig trennt man sich, oder schleicht meilenweit in den Wald, nur um zu pinkeln.
Die letzte halbe Stunde ist eine einzige Hetzjagd und erst ganz am Ende zeigt der blutrünstige Kannibale sein Gesicht. Alles noch Schema F, doch "Dying Breed" hat ein fieses Finale zu bieten, Happy End Fehlanzeige.
Dwyer lässt uns zu lange zappeln, bis der Horror beginnt, auch bleibt die Handlung vorhersehbar. Der Score ist austauschbar, genauso wie Nathan Phillips, doch in Punkto Kulisse hat Dwyer alles richtig gemacht. Die zweite Halbzeit ist wirklich spannend und blutig. Ganz besonders das böse Finale gefällt. Aber man erfüllt auch alle Klischees des Genres. An "Wrong Turn" und Konsorten, kommt "Dying Breed" nicht heran.