Review

Nach WOLF CREEK sowie STORM WARNING kommt hier wieder ein Lebenszeichen der Australier: DYING BREED.

Geschichte: Zoologin Nina und ihr Begleiter Matt reisen mit Kumpel Jack nebst Freundin nach Tasmanien, um handfeste Beweise für das Leben des Tasmanischen Tigers auf jener Insel zu sammeln. Im Deliverance-Tarrain der Rednecks müssen sie schon bald feststellen, dass auch an der Geschichte vom Engländer Alexander Pearce, einem auf der Insel wegen Kannibalismus verurteilten Häftling im 18. Jahrhundert, etwas dran ist, denn die Nachkommenschaft reicht bis in die heutige Zeit und benötigt stets fruchbare Frauen, um die eigene Blutlinie aufrecht zu erhalten ...

Und wieder ist es soweit: Backwoodhorror mit finsteren, deformierten Gestalten à la HILLS HAVE EYES. Für Komplettisten und Panoramaliebhaber wahrlich eine Bereicherung - Für den Rest eher von sekundärer Bedeutung ...
 
Dass Jody Dwyer mit DYING BREED ein besseres Regiedebüt als manch' anderer Filmemacher dieser Riege hingelegt hat, ist unwiderlegbar. Holotisch betrachtet, ist dieser australische Feldzug dann doch eher legerer Durchschnitt. Klar, "Backwoodhorror" mit HILLS HAVE EYES-Anleihen ... Als ob es schon zum rigorosen Standard gehören würde, dass man hier derartige Melangen jedesmal in den siebenten Himmel lobt, ohne dabei die filmkritische Lorgnette aufzusetzen. Alle schwimmen da in dieser fast schon imbezilen Sintflut mit. Was bringt mir das nicht elektrisierende Schönfärben jener Fische, die in horizontalen Ebenen der gekünstelten Verzückung schwimmen sollten? Richtig, rein gar nichts, außer, dass sich hier irgendwelche einarmigen Affen mit Gewalturgenz den Film unter akuminöser Hoffnung dann auch noch kaufen. Letztlich trüge ich als Review-Autor folgenschwere Schuld daran, dass sich die kumulierte Euphorie nach dem 88-minütigem visuellen Konsum in ihrer gezeugten Verzweiflung die Kugel gibt. Ich bin Splatter-/Horrorenthusiast und kann zwischen gut, mittelmäßig und schlecht unterscheiden. Aus diesem Grunde erstreckt sich die meinige Expertise als solidierende Lumineszenz zu keiner geringeren Intention als der des Empirikers.

So, nun kommen wir mal zu den Fakten: Über eine Dreiviertelstunde benötigt der Film, bis er in die Fugen kommt ... Die etwa 40 Restminuten, die dann folgen, hauen den Hasen auch nicht wirklich in die Pfanne. Zu wenig Blut, zu wenig Schockmomente, zu viele Repetitionen ... Auch die Suche nach dem Beutelwolf wird schnell insignifikantes Themenfutter. Dahingegen ist die humane Missbildung gegen Ende dann doch eine Herausforderung, da sie gute schockante Hillbilly-Atmosphäre emporbringt, jedoch wird diese blickaufsaugende, visuelle Ingression meines Erachtens viel zu spät zum Einsatz gebracht. Man hätte viel früher mit dergestalt Koketterie auffahren müssen, um den Zuschauer mit sehenswürdigen Werdegängen unterhaltsam zu stimmen. Die Dialogschaften gehen in Ordnung, kajolieren jedoch kaum mit herausragenden Parolen. Ein Emolument bezieht der Film zweifelsohne aus seinen zahlreichen Landschaftsbildern. Nach einem lakunären Einstieg in die Geschichte erringt DYING BREED narrative Höhepunkte nur zum Schluss. Die Wirkung einiger Szenen lässt eine Konfluenz aus THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE und THE HILLS HAVE EYES erkennen - Funktioniert allerdings nur tardiv im Gegensatz zum sattfarbenen Panorama, welches klar in der Majorität liegt. Maximal bietet der Film drei sehenswerte Splatterszenen (Die CGI-Sequenz mit den Hammerschlägen auf die Welpen mit eingeschlossen). Alles andere ist, wie soll ich sagen? - Nicht ausgereift im Bezug auf Lakonie, narrative Struktur und Kohärenz. Die Schauspieler sind bekömmlich, es ist das Gesamtkonzept, welchem letztlich mehr als die Hälfte der Federn fehlt.

Für das Unhappy-End, ein schier bedrohliches Panorama und eine scheußliche Missbildung 'gen Ende, welche auf frauliche Fekundität aus ist, gibt es doch noch einiges an Punkten.

Details
Ähnliche Filme