Nun also der Zweite Teil des Double Features von Warner.
Farley Granger und Cathy O´Donnell spielen erneut ein junges Paar unter Druck. Sie ist schwanger, er, Joe Norson, hat keinen festen Job. Bei einer Gelegenheitsarbeit entdeckt er im Büro seines Chefs 200 $ am Boden liegen.
Als er sie aufheben will, erweckt das die Aufmerksamkeit der im Büro Anwesenden. Das Geld wird „geborgen“ und versorgt. Irgendwo anders in NY erpresst eine Dame einen älteren Herrn mit Fotos – Ihrem Vorgehen nach,
betreibt die Dame diese Art von Geschäft regelmäßig. Der Erpresste zahlt widerwillig die 30000, kurz darauf wird die Dame tot aus dem Wasser gefischt.
Bei Norsons nächsten Besuch im Büro ist der Chef außer Haus und auch sonst niemand anwesend. Kurzentschlossen bricht den Schrank auf und lässt das Geld mitgehen – Doch anstelle der 200 $ findet er 30:000$! Mit der Situation völlig überfordert deponiert er das Geld bei einem ihm bekannten Barkeeper – getarnt als Geschenk für seine Frau und löst damit eine
verheerende Kettereaktion aus.
Während Farley Granger und Cathy O´Donnell ein Jahr zuvor noch durch das ländliche Amerika flohen und die Charaktere im Zentrum des Films standen beherrscht hier die Stadt New York das Geschehen. Der Film beginnt mit einer recht langen aber durchaus faszinierenden Sequenz in der das
unübersichtliche New York von oben gefilmt wird. Danach starten wir nicht gleich in die Handlung, wir sehen das dreckige Stadtbild nun aus der Nähe – von unten- unterlegt vom Voiceover eines Polizisten, der einiges mehr oder weniger Wissenswertes über seine Stadt und deren Bewohner zu Besten gibt.
Ist die Handlung dann mal endlich in Gang gekommen, wird sie recht solide und zielstrebig erzählt. Eine Spur führt zur nächsten, die „Gangster“ sind steht einen Schritt schneller als unser „Held“ und die Polizei ist auch stets zur Stelle wenn alles vorbei ist…
Farley Granger trägt dabei die größte Verantwortung – ist er doch die einzige Person, welche über den gesamten Handlungsverlauf Screen Time hat. Er löst diese Aufgabe durchaus ansprechend. Seine Frau ist zuerst im Krankenhaus und später bei der Polizei und Cathy O´Donnell bekommt
daher leider kaum etwas Interessantes zu spielen.
Die Feindbilder wechseln des Öfteren, richtig prägnant bleibt aber kaum einer in Erinnerung. Die 82 Minuten sind schnell vorbei und man könnte nicht sagen, dass der Film langweilig währe – allerdings fehlt es doch etwas an interessanten Charakteren – vielleicht hätte man nicht so viel Zeit am Anfang und für die finale Verfolgungsjagd verbrauchen sollen, sondern lieber die Figuren besser ausarbeiten. Und auf das angedeutete "Happy End" verzichtet!
Als Gegenentwurf zu „They Live By Night“ ganz interessant – wie das halt so mit Double Features ist, ein Teil will man sehen, den anderen kann man sich ansehen. Da gibt es besseres aber auch schlechteres.