Die Frau des in Neuguinea verschollenen Expeditionsleiters Henry Fielding reist diesem hinterher, um seinen Verbleib zu klären. Die Behörden haben die Suche bereits eingestellt und so entschließt sich Helen (Ursula Andress), zusammen mit ihrem Bruder Arthur (Antonio Marsina) und dem landeskundigen Edward Foster (Stacy Keach), sowie einigen Trägern zu dem beschwerlichen Weg durch den Dschungel zur Insel mit dem Berg des Kannibalengottes. Der Berg soll verflucht sein, so glauben die Eingeborenen, und das ein oder andere Abenteuer bleibt nicht aus. Die Idee, ein paar Weiße in den Dschungel mit primitiven Völkern zu schicken ist nicht gerade neu und die fixe Idee, eine Weiße zur Göttin zu küren wurde ebenfalls innerhalb des Kannibalengenres schon einige Male kopiert. So wie auch Laura Gemser oder später Katja Bienert fällt hier dem Ex-Bondgirl Ursula Andress diese Rolle zu, allerdings erst im Finale. Wie ihre Kolleginnen bei D'Amato und Franco geht es da mehr ums Nackigmachen als um das glaubhafte Ritual, ansonsten spielt Ursula Andress ihre Rolle der zivilisierten Abenteurerin, die sich ständig in "Hilfe Hilfe"-Situationen manövriert, sehr dürftig, abgesehen vom gekonnten Augenaufschlag. Das gleiche (natürlich ohne gekonnten Augenaufschlag) gilt für die anderen Teilnehmer, lediglich Stacy Keach und Claudio Cassinelli, können überzeugen, letzterer in der Rolle des zweiten, ethisch immer korrekten Führers. Bereits nach kurzer Einführung in den dichten Dschungel gibt Sergio Martinho einige der damals scheinbar unerlässlichen, ekelhaften Tiersnuffszenen zum Besten, von denen zumindest eine in einem Kannibalenfilm Deodatos wieder auftaucht. Das macht allerdings kaum etwas besser und wird hier mit einem Punktabzug belohnt. Andere Szenen aus der Finalen Grotte bei den Kannibalen wiederum wurden von Lenzi für seinen "Eaten Alive" wiederverwendet. An Gore mit tatsächlichen Kunstbluteffekten gibt es hingegen gar nicht so übertrieben viel, wie in manch anderen Kannibalentrashern und wenn, sind es halt die Standards wie Kastration, Gehirn und Eingeweidematscherei, aber immerhin. Das meiste allerdings sind "zivilisierte" Auseinandersetzungen, Einschüsse und Speerattacken ohne große Effekte. Denn zu dem Kannibalenstamm geraten die Bleichgesichter erst recht spät, die meiste Zeit über gibt es Dschungelabenteuer mit schöner Atmosphäre zu sehen. Als Einschub quasi bringen sie noch kurz das friedliche Gefüge einer Missionsstation mit Ehebruch, Mord und Selbstmord durcheinander, bevor der Plot noch eine kleine Wende nimmt und das Finale dank klasse Sets wie z.B. einem Wasserfall für etwas Spannung und Dramatik sorgt. Der Horror, den Martino schildert, wird stellenweise interessant durch europäische Charaktere eingeflochten, die zum Kannibalismus gezwungen werden. Dass dies nun im Fall des blonden Sternchens Andress ein offenbar gegartes Stück Fleisch ist, wirkt etwas mimosenhaft, wer richtig ausgedehnte Kannibalenaction bevorzugt, ist mit Ruggero Deodatos Werken besser bedient. Beste Idee in der Höhle ist sicher der verwesende Henry, dem sein Geigerzähler als Herz implantiert wurde. Technisch und formal leistet sich dieser Film keine groben Schnitzer wie einige seiner Genrekollegen. Allein schon die Drehorte in Sri Lanka und der passende Score sorgen für stimmige Amosphäre, ohne eine große Story zu verkünden.
Fazit: Solide Kannibalenunterhaltung auf mittlerem Trash- und Goreniveau. Für Fans des Genres auf jeden Fall einen Blick wert. (6-1=) 5/10 Punkten
P.S.: Diese Review bezieht sich auf die Astro-DVD, die an einer Stelle gekürzt sein soll.