Noch bevor der italienische Kannibalenfilm seine skandalträchtigen Werke herausballerte, gab sich Regisseur Sergio Martino anno 1978 fast schon massentauglich. Er konnte namhafte Mimen wie Ursula Andress und Stacy Keach zu einem Trip nach Sri Lanka überreden und zwischendurch gibt es sogar Ursula undressed.
Susan (Andress) reißt nach Neuguinea, wo ihr Mann während einer Expedition verschollen ist. Der ortskundige Ed (Keach) hilft ihr bei der Suche, doch schon bald scheint die Truppe von merkwürdigen Eingeborenen verfolgt zu werden…
Im Grunde wirft Martino die gängigen Zutaten in einen Topf, doch irgendwie vergisst er bis kurz vor Schluss die Gewürze. Lange Zeit traben die Leute durch den Dschungel, es gibt zahlreiche Tieraufnahmen, die wahrscheinlich aus einigen Tierdokus stibitzt und zusammen geschnitten wurden und leider auch einigen Tiersnuff, dem eine Vogelspinne, ein Leguan, einige Schlangen und im weitesten Sinne ein Äffchen zum Opfer fallen, da Letztgenannter als unfreiwilliger Schlangenfraß dient.
Die maskierten Kannibalen fungieren die meiste Zeit über als stille Begleiter, die erst in der zweiten Hälfte ein wenig aktiver werden. Bis dahin muss man irgendwie Stromschnellen überstehen, es gibt den üblichen Kollateralschaden namenloser Einheimischer, die in irgendwelche Fallen tappen oder sich vor Angst aus dem Staub machen, während kleine Streits in der Gruppe grundlegend mit körperlicher Gewalt gelöst werden.
Immerhin sind die Leute bei einem Missionar gut drauf, denn da wird fleißig auf Kräuter gerotzt, was rasch zur Gärung und noch schneller zur allgemeinen Verköstigung führt.
Interessanter gerät die Chose erst, als man sich in der Gewalt der Puka befindet, einem ausgestorben geglaubten Stamm, der es mit moralischen Maßstäben nicht ganz genau nimmt.
Immerhin sind die Jungs konsequent, denn einem Vergewaltiger wird ohne Umschweife das Glied abgeschlagen, während ein Geigerzähler für ein ewig schlagendes Herz gehalten wird, - dabei müssten sie es aus kulinarischer Erfahrung eigentlich besser wissen.
Der letzte Akt, einschließlich einer komplett entblößten Andress und einigen ernsteren Bedrohungen schürt zumindest ein wenig Spannung und kaschiert die bis dato vorherrschende Mittelmäßigkeit eines Abenteuerfilms. In Sachen Splatter gibt es zwar nur Arm ab, Kopf ab und aufgeschlagenen Hinterkopf, die Qualität der Effekte kann sich allerdings sehen lassen.
Auch der Score unterstreicht die Dschungelatmosphäre angemessen, während die Mimen meistens unterfordert wirken, außer, sie müssen sich durch den reißenden Fluss kämpfen.
Insgesamt ein oftmals uninspirierter und über weite Teile zu ereignisloser Genrebeitrag, der erst in der letzten Viertelstunde zur Sache kommt, wobei Schweinepoppen und eine Masturbationseinlage nicht unbedingt Laune machen. Kann man als Genrefreund mitnehmen, allerdings nur in der Fassung von rund 100 Minuten Laufzeit.
5,5 von 10