Wie lang ein Kurzfilm sein darf, um überhaupt als solcher durchzugehen, ist eigentlich nirgends klar definiert. Es gibt Werke mit Langfilmcharakter, welche annähernd 40 Minuten erreichen, andere versuchen ihre Message in weniger als fünf Minuten rüberzubringen.
"Bad Night" der deutschen Filmer Alexander Iffländer und Markus Hülse gehört zur letzteren Kategorie.
Eine Frau befindet sich auf der Flucht im Wald, ein Axtmörder ist ihr auf den Fersen. Fast erreicht der Maskierte sein anvisiertes Opfer, als eine dritte Instanz in Form eines Werwolfes in das Geschehen eingreift...
Der Streifen befindet sich auf der DVD "Zombie Warrior" als Bonusfilm und mehr als eine minimale Abwechslung für Zwischendurch bieten die rund vier Minuten ohne Abspann auch nicht.
Das Opfer Simone Kalz, welche auch die Idee für die Handlung einbrachte, performt zwar okay, doch was sich Regisseur Iffländer bei seinem Werwolfkostüm gedacht hat, ist nicht nachvollziehbar. Die deutlich sichtbare Maske stammt augenscheinlich vom Kostümverleih, wobei die Pranken sogar recht gelungen sind. Was allerdings befremdlich wirkt, sind ein Strickpullover und durchschnittliche Schuhe. Durch die halbwegs lustige Pointe wird zwar deutlich, dass sich die Handlung kein Stück ernst nimmt, doch etwas mehr Mühe hätte man sich bei der Ausstattung schon geben können.
Denn anderweitig arbeitet die Kamera variabel mit verschiedenen Distanzen und Blickwinkeln und auch der Schnitt verläuft sauber. Der Score, bestehend aus dumpf klingendem Ambient, unterstreicht die bedrohlich-surreale Stimmung recht treffend und auch die kurzen Auseinandersetzungen zwischen den drei Figuren weisen ein ordentliches Timing auf. Allerdings werden die zwei Gewalteinlagen lediglich angedeutet und auch in diesem Punkt hätte man eine Schippe drauflegen können.
Wenn ein Streifen ohne Dialoge nach weniger als fünf Minuten mit einem Schmunzeln quittiert wird, ist das schon mal die halbe Miete und insofern hat er seinen Zweck erfüllt.
Dennoch sollten in so einer konzentrierten Form keine Kontinuitätsfehler enthalten sein und die Liebe zum Detail lässt im Endeffekt ebenfalls zu wünschen übrig.
Ein netter Bonus, mehr eben auch nicht.
5,5 von 10