Review

[rec] - der spanische Überraschungserfolg schockte 2007 unmittelbar und ziemlich raffiniert das europäische Publikum; es lag also nur an der Zeit, bis sich die USA die Verfilmungsrechte sicherten - und dies geschah schneller, als die meisten vermuteten. Bereits ein Jahr später erschien der unter dem reißerischen Titel "Quarantäne" präsentierte Zombie-Schocker. Regie führte der Unbekannte John Erick Dowdle, bekam jedoch gleichzeitig Unterstützung Carlos Fernández, Julio Fernández sowie Sergio Agueno - die Produzenten des Originals. Von dem her konnte man doch eigentlich nichts falschen; ...falsch gedacht.


Es beginnt wie beim Original. Die Protagonisten werden eingeführt, was hier sogar teilweise besser und authentischer passiert als bei den Spaniern. Man bekommt einen realistischen Blick hinter den Kulissen der freiwilligen Feuerwehr und bis das Feuerwehrauto zum Notfallort fährt baut Dowdle auch solide Spannung auf - aber das wars dann auch schon. 
Was danach folgt, ist irgendwie nicht ganz begreiflich. Das Haus wird bevölkert von lauter unsympathischen und blassen Charakteren. Selbst der Kameramann (in diesem Fall auch einer der Protagonisten) ist nicht gut genug ausgearbeitet und ist somit nur eine sehr blasse und scheinbar sehr unwichtige Person. Auch spielt Jennifer Carpenter überkandidelt - sie schreit und rennt, aber einen klugen oder "Nachrichten-würdigen" Spruch bekommt sie nicht zustande. 
Was im spanischen Original noch sehr atmosphärisch und bedrückend zur Sache geht, wird im Remake alles zu einer hektischen Achterbahnfahrt. 
Dowdle kann sich aus welchem Grund auch immer für keinen Stil entscheiden. Mal ist er sehr hektisch - vor allem was die Zombie-Szenen anbelangt (Sie wird in ohne zu übertreiben 10 Sekunden abgehandelt) - mal ist er wieder langatmig, und das vor allem gegen Mitte des Films. 
Nach dem er die Stationen, wie sich bei [rec] vorgegeben waren, abgehandelt hat, hat er noch eine gute Dreiviertelstunde Zeit, um nur eine leidlich glaubwürdige Story zu erzählen. 
Zwar kopiert er sehr viele Szenen aus dem Original, aber so leicht macht er es sich und uns Gott sei dank nicht. 
Er ließ viel eigenes drehen, was aber im Endeffekt nutzlos war - da es keine Bedeutung hat. 

Nicht ohne Grund ging [rec] nur gute 80 Minuten, da sich die Macher mehr auf Spannung, Atmosphäre und Gewalt konzentrierten. Im Remake dagegen versucht man den Charakteren mehr Tiefe geben, was nicht mal ansatzweise gelingt. Ironischerweise nimmt man den Figuren von [rec] ihre Rolle mehr ab als bei den Amerikanern. 
So schlecht ist "Quarantäne" aber auch wieder nicht. Es war im Grunde von vorne rein klar, dass er niemals an das Original rankommt; dennoch ist es ziemlich heftige Zombie-Unterhaltung - mit nur einem widerspenstigen Haken. Für Zartbesaitete wird der Film schnell eklig, da bestimmte Szenen mit den Zombies doch einen gewissen Hohen Ekelfaktor besitzen - überraschenderweise sogar mehr als bei [rec]. Andererseits löst der Film bei hartgesottenen Horrorfans sehr schnell Langeweile aus, da Dowdle es in keinsterweise schafft, auch nur annähernd Spannung aufzubauen.
Das liegt vorallem auch an dem Kameramann. Bei den Spaniern sah man ihn in keinster Szene - was schlußfolgernd sehr gut war. In der Neuverfilmung jedoch sieht man ihn sehr oft und macht ihn dadurch noch unsympathischer, als er ohnehin schon ist.

Alles in allem kann man von einem Film reden, auf den niemand so wirklich gewartet hat. Allerdings ist er nun auch nicht so schlecht und ist im Endeffekt eine "realistischere" Variante der sonst so gängigen US-Zombie-Horror-Movies.  

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