Review

Ist das der Actionfilm der Zukunft ? Ich hoffe, dass dem nicht so ist. Schon den Hype um Timur Bekmambetovs "Wächter der Nacht" und "Wächter des Tages" konnte ich nur bedingt nachvollziehen. Doch er brachte es damit bis nach Hollywood, um die Comicverfilmung "Wanted" zu inszenieren. Zu einem satten Budget wurden viele bekannte Mimen verpflichtet. Aus der, oder den Comicvorlagen von Mark Millar und J.G. Jones verfassten Michael Brandt (Todeszug nach Yuma, 2 Fast 2 Furios), Derek Haas (2 Fast 2 Furios) und Chris Morgan (Tokyo Drift) ein hanebüchenes Script.
Es war schon immer ein wenig schwierig knallharte Action mit Situationskomik und Klamauk zu verbinden, das schaffen nur wenige Actionfilme, zum Beispiel "Lethal Weapon". Doch hier geht es von Beginn an in die Hose. Wir haben hier den Bettnässer-Typ Wesley Allan Gibson (James McAvoy). Er arbeitet als Account Manager in einem Büro und wird von seiner fetten Chefin getriezt. Seine Freundin treibt es mit seinem besten Kumpel und seine Wohnung ist ein Loch, direkt neben der lauten Bahn.

Doch Wesleys Leben ändert sich schlagartig, als er von der smarten Fox (Angelina Jolie) vor einem Killer gerettet wird. Dieser Killer, namens Cross (Thomas Kretschmann), hat angeblich auch Wesleys Vater ermordet. Nun ist für den Filius die Zeit der Rache gekommen. Von Sloan (Morgan Freeman) und seinen Mitarbeitern lässt er sich zum Killer ausbilden.
Schon die erste Actionsequenz hinterlässt einen mehr als bitteren Beigeschmack. Massig CGI, man kann um Ecken schießen und mindestens zwanzig Meter lange Hechtsprünge vollziehen. Aber es wird noch viel schlimmer. Kommen die Shootouts zwar recht berstend und blutig daher, sind aber meist extrem schlecht geschnitten und durch massig Stilmittel verhunzt. In vielen Szenen ist gar nichts zu erkennen. Zu allem Überdruss können Autos Saltos schlagen, um dann wieder weiterzufahren, als wäre nichts gewesen. Auch in der ewig langen Killerausbildung muss man das Denken der Drehbuchautoren hinterfragen. Wesley wird in eine uralte Killercaste eingeführt, welche und jetzt kommt es, von einem alten Webstuhl ihre Aufträge erhält. Dieser webt einfach immer weiter und Sloan kann aus dem Muster Namen herauslesen. Natürlich ahnt man schon ein wenig, dass der Gute Sloan ein perfides Spiel spielt.
Kommen wir zur Ausbildung, welche totaler Humbug ist. Wesley wird dort halb tot geprügelt, um dann ständig in ein seltsames Heilbad gelegt zu werden. Natürlich dreht er sich recht schnell um 180 Grad und wird die perfekte Killermaschine. Nun kann er auch um Ecken schießen, meilenweit springen und besser Auto fahren als Schumi. Problem bei der Sache, dies nimmt man James McAvoy übverhaupt nicht ab. Den Loser verkörpert er noch recht brauchbar, doch als Profikiller ist der Milchbubi eine Lachplatte. Angelina Jolie hat hier nur einen Gesichtsausdruck und rennt immer in knappen Outfits herum. Selbst ein Morgan Freeman agiert dermaßen lustlos. Terence Stamp und Thomas Kretschmann sind völlig unterfordert und verschenkt.

Später versucht Bekmambetov noch mit ein paar Wendungen zu punkten, welche der Genrekenner aber schon voraussehen kann. Ein wenig Action darf noch aufkommen, recht gut gemacht ist die Szene mit dem herabstürzenden Zug. Doch ansonsten sind jegliche Shootouts, Keilereien und Verfolgungsjagden (eine Viper wird von einem Bus eingeholt) abartig übertrieben, völlig mit Stilmitteln zugemüllt und zu schnell geschnitten. Damit hat Bekmambetov mit Erfolg alles zerstört, was an "Wanted" passabel gewesen wäre. In Erinnerung bleiben lediglich ein paar sehr blutige Kopfschüsse. Für eine Länge von circa 110 Minuten ist auch der Actionanteil viel zu gering gehalten worden. Auch nervt Wesley mit seinen Panikattacken und overacting.
Ich hab wirklich keine Ahnung, warum wir hier solchen Schrott aufgetischt bekommen, wo man aus der einfachen Story immerhin einen knallharten Actionfilm hätte machen können und keine CGI Schlacht. Das viele Geld hätte man lieber spenden sollen, für mich war "Wanted" pure Zeitverschwendung. Immerhin war der Score nicht von schlechten Eltern.

Einfach nur nervig, ein Film wo man am liebsten schon nach zehn Minuten den Kinosaal verlassen würde. Die eher wenige Action ist total übertieben und CGI verseucht. Hauptdarsteller James McAvoy ist eine Fehlbesetzung, da hätte man auch gleich Thomas Gottschalk oder Didi Hallervorden engagieren können. Auch die Story hält kaum Überraschungen parat und zwischen der verhunzten Action ist Langeweile angesagt. Ich will es keinem raten, sich "Wanted" anzutun.

Details
Ähnliche Filme