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Hurra, ein Action-Film mit Angelina - das wird sich wohl so mancher gedacht haben! Nun, nach Mr. and Mrs. Smith also wieder ein Draufgängerfilm, nur diesmal zum Glück ohne Brad Pitt, da man dann nicht immer dran erinnert wird, dass dieser Mann Angelina nach dem Dreh mit nach Hause nimmt :)

Doch jetzt Spaß bei Seite. "Wanted" ist vom mittlerweile bekannten Regisseur Timur Bekmambetov, der sich mit dem zugegeben etwas eigenwilligen aber durchaus sehenswerten Filmen "Wächter der Nacht" und "Wächter des Tages" einen Namen im Action-Business gemacht hat. Er sagte in einem Interview, dass er seine Filme derart gestalten will, dass der Zuschauer nicht nur - wie der Name schon sagt - zuschaut, sondern dass der Mensch ein Teil von seinem Film wird. Er möchte den Zuschauer in seinen Film involvieren, dass der Betrachter das Gefühl hat, in seinem Film zu sein und nicht nur im Kinosessel zu sitzen.

Diese Vorgabe verfolgte Bekmambetov zweifellos in "Wanted". Denn schon am Anfang ist man mitten im Film. Nur mit einer vage Ahnung versehen, dass es sich in diesem Film um einen Action-Film handeln muss, wird der Zuschauer in das Geschehen geschmissen. Keine Erklärungen oder lange Dialoge, sondern pure Action begegnet den Betrachter gleich zu Beginn. Bekmambetov dreht also schon in den ersten Minuten kräftig am Gas! Die Special-Effects des Films sind wirklich ein Genuss! "Wanted" erinnert mich weniger an "Matrix", mit dem der Film wohl häufig verglichen wird, als vielmehr an "Max Payne", ein Computerspiel aus dem Jahre 2001, das wohl nun auch bald verfilmt wird.

Die Story von "Wanted" ist natürlich - wer hätte es anders erwartet - ausgelutscht bis dorthinaus. Irgendwie wird versucht, eine halbwegs zusammenhängende Story zusammenzubasteln, um die außergewöhnlichen Fähigkeiten der Auftragskiller - zu denen auch Jolie gehört - in irgendeiner annähernd plausiblen Weise erklären zu können. Doch ehrlich gesagt ist es auch nicht wichtig! Ebenso ist einem bald Angelina Jolie ziemlich egal, vielmehr findet man die außer Kraft gesetzten physikalischen Gesetze interessant...da drückt man auch gern mal ein Auge zu, wenn sich ein Auto mit 360 Grad Drehung seitlich über ein anderes Auto dreht...doch ich will ja auch nicht zu viel verraten...

Nun...wenn man also als Betrachter des Films ein paar Mal beide Augen zudrückt und - weil man vielleicht vom vorhergehendem Special-Effect noch so verzückt ist - nicht versucht, die Handlungen der Charaktäre - geschweige denn die Dialoge - in einem logischen Kontext mit der für uns normalen Welt zu bringen, dann wird man durchaus seinen Spaß bei "Wanted" haben können.

Die Prämisse für diesen Film sollte also lauten: Bitte das Hirn abgeben am Schalter, wo die Kinokarte gekauft wird, Popcorn und drei Beck's in die Hand und ab geht die Luzi...denn als Geschenk bekommt man auch ab und an eine durchaus immer noch sehr nett anzusehende Angelina Jolie...

Fazit: Da ich ein Fan von diesen Effekten bin und mich der Film doch sehr an "Max Payne" etc. erinnert hat, muss ich diesem Film 6.5 Punkte geben. Sollte man nur die Story des Films bewerten, dann dürfte er nicht viel mehr als 3 Punkte bekommen...

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