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James McAvoy spielt einen normalen Angestellten, der sein alltägliches Leben hasst, bis er schließlich von einer Unbekannten, gespielt von Angelina Jolie, vor einem Anschlag durch einen der weltbesten Killern, gespielt von Thomas Kretschmann, gerettet wird. Diese bringt ihn in eine Geheimorganisation von Killern, deren Leiter, gespielt von Morgan Freeman, ihm erzählt, dass sein Vater ein Killer gewesen sei und, dass er der geborene Killer wäre. McAvoy beschließt schließlich dieser Bestimmung zu folgen und sich seinem Gegner und dem Mörder seines Vaters zu stellen.

Regisseur Timur Bekmambetow erregte mit "Wächter des Tages" und "Wächter der Nacht" relativ großes Aufsehen und lieferte damit zwei der bekanntesten russischen Produktionen der letzten Jahre. Kein Wunder also, dass sich Universal das russische Talent für den relativ hoch budgetierten Blockbuster "Wanted" ins Boot holte. Dabei wird Bekmambetow aber direkt vor eine enorm große Herausforderung gestellt, nämlich, die schwache Story zu kompensieren, aber trotz seiner gelungenen Inszenierung stört die Stupidität noch mehr als bei "Transformers", "Hellboy" oder anderen sinnfreien Blockbustern.Die Handlung ist lächerlich und Einfälle, wie der Webstuhl des Schicksals, sind beinahe ungewollt amüsant und bis eine 180°-Wendung im Mittelteil schlägt die Story keinen einzigen überraschenden Harken. Auch wenn die Monologe der Hauptfigur wenigstens versuchen die Charakterkonstruktion zu verbessern, bleibt sie dennoch unheimlich flach, wobei die Nebenfiguren noch blasser bleiben.

Bekmambetow hält das Erzähltempo sehr hoch verursacht so wenigstens keinen Leerlauf, auch wenn "Wanted" durchaus an seiner Kurzweiligkeit krankt. Die Action-Szenen sind gut in Szene gesetzt, Bekmambetow behält die ganze Zeit die Übersicht und bietet erstklassige CGI-Effekte, wobei er stellenweise durchaus die eine oder andere Action-Szene hätte einbauen können, die nicht komplett am Computer entstanden ist, da die Effekte so auf Dauer ihren optischen Reiz verlieren. Sowohl bei den Nahkampfszenen, als auch bei den Fernschüssen setzt Bekmambetow auf eine hohe Brutalität, so bekam "Wanted" nicht ohne Grund keine Jugendfreigabe, wobei meiner Meinung nach alles im Bereich des guten Geschmacks liegt. Teilweise ist die Action ein wenig übertrieben, sorgt aber immerhin dafür, dass "Wanted" kontinuierlich unterhält. Die Filmmusik passt ziemlich gut und sorgt bei den Action-Szenen für noch mehr Adrenalin und auch die Kulisse der Großstadt ist perfekt in Szene gesetzt. Durch das furiose Finale, das den Versprechungen aus den Trailern wenigstens teilweise gerecht wird, stimmt "Wanted" am Ende noch einmal versöhnlich.

Nach seinen Rollen in eher zurückhaltender Charaktere in "Abbitte" und "Der letzte König von Schottland" ist James McAvoy in der Rolle des Killers nicht sonderlich glaubwürdig und in meinen Augen falsch besetzt, auch wenn es an seiner Leistung, anfangs als sympathischer Versager, zum Ende hin als eiskalter Killer eigentlich nichts auszusetzen gibt. Vermutlich wird ihm der Auftritt dennoch einen endgültigen Karriereschub verschaffen. Angelina Jolie darf nach "Durchgeknallt" mal wieder in einem suspekten und verschlagenen Charakter fungieren, macht sich dabei auch ganz gut und stellt zumindest den optischen Höhepunkt des Films dar. Oscar-Preisträger Morgan Freeman wird in seiner potentiallosen Nebenrolle komplett verheizt und hat nicht die geringste Chance, sein Talent auszuspielen, genauso, wie Thomas Kretschmann, für den es nach "Next" und "King Kong" mal wieder nur für eine kleinere Nebenrolle in einem Blockbuster gereicht hat.

Fazit:
Die Story ist schlecht, James McAvoy ist falsch besetzt, Morgan Freeman wird einfach verheizt, der Film ist enorm kurzweilig und Timur Bekmambetow kann dies mit den optisch gelungenen und blutigen Effekten nur teilweise kompensieren, womit er einen soliden Unterhaltungswert erreicht, mehr aber auch nicht.

62%

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