Review

Als der Trailer zu Wanted im Kino lief, war ich echt gespannt darauf, was der Film wohl zu bieten hat. Die Thematik hörte sich durchaus interessant an, denn wer kann schon Kugeln um die Ecke schießen bzw. in einem Bogen. Auch das schauspielerische Angebot (Jolie, Freeman) ist mit Sicherheit von der besseren Sorte Hollywoods und machte eine Hoffnung auf einen netten Kinoabend.

Jedoch enttäuschte Wanted auf der ganzen Linie. Die Story ist so uralt, dass sie schon verstaubt ist. Looser im Leben hat eine begnadette Gabe bekommen und wird von einem Elite-Killerkommando ausgebildet bzw. muss erst einmal überredet werden, Natürlich entschließt sich unser Losserindividuum, nach anfänglichen moralischen Zweifeln für den Eintritt in die Bruderschaft und beginnt fleißig zu trainieren. Dieser Plot scheint bei Karate Kid, sämtliche Van-Damme Filme oder sonstige asiatische Kampfkunstfilme abgeschaut zu sein. Nichtsdestotrotz wird unser Protagonist ein ausgebildeter Killer und geht auch mit vollem Eifer an sein Werk. Was nicht zum positiven des Films beiträgt ist zudem die Verbindung von Humor und Action. Dies gelingt den wenigstens Filmen nur (z.B. Bad Boys, Lethal Weapon etc.). Wanted probiert verschiedene Genres zu vereinen und tut sich damit selbst keinen Gefallen. Vielmehr hätte man sich für ein Konzept entscheiden sollen und dies besser ausarbeiten sollen.

Der absolute Abschuss des Films ist der Webstuhl, der durch sein undendliches Weben angeblich Namen von bösen Menschen webt, die das Killerkommando zu erledigen hat. Wer sich jetzt fragt, ob das alles ein schelchter Scherz ist, dem kann ich nur widersprechen. Dieses Element des Webstuhls ist wirklich so abstrus, dass es einem sämtliche sonst gute Denkansätze des Films zerstört. Es wäre mit Sicherheit wesentlich mehr aus dieser Bruderschaftsstory herauszuholen gewesen, als einfach einen Webstuhl in einem Raum weben zu lassen und dass schon seit so langer Zeit. Der Drehbuchautor sollte sich ernsthaft hinterfragen, ob er seinen Beruf nicht verfehlt hat.

Weiterhin ist auch fraglich, wie sich ein ambitionierter Morgan Freeman zu solch einem hirnlosen Film eigentlich hergeben konnte. Er verkauft seine Rolle zwar gut, dennoch ist die Thematik mit dem Webstuhl wirklich schrecklich und es wäre nicht verwunderlich, wenn Freeman in lautes Gelächter ausgebrochen wäre, als er die Story vom Webstuhl erzählte. Da er dies nicht tat, ist ihm wohl berufliche Professionalität zu attestieren.

Jolie ist meiner Ansicht nach eine absolute Enttäuschung. Sie sieht einerseits ziemlich heruntergekommen aus und bietet in diesem Film nichts ihres eigentlichen Könnens auf. In Mr. & Mrs. Smith zeigte sie durchaus ihr Potenzial zu humorvoller Action, in Wanted verblasst dies aber total.

Nichtsdestotrotz muss man Wanted schon eine gehörige Portionan Action zusprechen. Die CGI-Effekte sind hierbei auch allerdings so deutlich zu erkennen, dass man auch hier sagen kann, manchmal ist weniger mehr. Es ist zwar beeindruckend zu sehen, wie die Kugeln um die Ecke fliegen, jedoch einen Zug von einer Brücke stürzen zu lassen, sieht einfach nicht so toll aus.
Die Schießereien und Verfolgungsjagden haben es durchaus in sich und es wird à la Matrix-Effekte auch öfter einmal die Zeitlupe herbeigenommen, um gewisse Szenen besonders beeindruckend darstellen zu wollen.

Eine wirklich gelungene Szene ist der Final-Countdown. Der Protagonist tritt hier in aller Rambomanier auf. Ein ca. 10min geballere und Blutbad erwartet einen, in dem sämtliche Gliedmaßen durch die Luft fetzen und die Körper der Feinde regelrecht durchsiebt werden. Ist wirklich sehr amüsant anzuschauen, da ein ordentlicher Schuss derben Humors darin eingearbeitet wurde.

Fazit:
Eventuell möchte Wanted im Konzert von Crank, Smokin Aces oder auch Shoot Em up mitspielen, doch dies gelingt dem Film nur ansatzweise. Zwar sind die Schauspieler von einem doch gesteigerten Hollywoodniveau, die Actionszenen solide dargestellt und durchaus originell verpackt, dennoch mangelt es dem Film an inhaltlicher Stärke (übrigens dassselbe Problem wie bei Shoot Em up - siehe hierzu meine Review). Neben einer äußerst derben Sprache, kommt eine teilweise perfide Gewaltdarstellung hinzu, die jegliches von guter Action vermissen lässt. Wenn so der Actionfilm unseres Zeitalters aussehen sollte, dan ngute Nacht. Daher gibts 3/10

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