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Mit hängenden Schultern schleppt sich der 25-jährige Wes durchs Leben und erträgt widerstandslos die Aussichtslosigkeit seiner trübsinnigen Existenz. Demütigungen und Langeweile beherrschen jede Sekunde seines Alltags, bis ihn die aufregende Fox in einem Supermarkt anspricht und erklärt, dass er der Sohn einer am Tag zuvor ermordeten Killerlegende sei. Plötzlich steht er mitten in einem Feuerhagel, ein Killer hat es auf ihn abgesehen, und kurz darauf findet er sich im Hauptquartier der Bruderschaft wieder, eines mächtigen Geheimbunds, der die Geschicke der Menschheit lenkt.

Eine kann man Wanted mit Sicherheit nicht vorwerfen und das ist einen gesteigerten Bezug zur Realität und physikalischen Gesetzen. Was die Protagonisten hier an Geschwindigkeit, Zielgenauigkeit, Weitsprungfähigkeiten oder im um die Ecke ballern vollführen sieht schon beinahe so aus als hätten Neo, Luke Skywalker und die X-Men uneheliche Kinder gezeugt. Erklärungen gibts für diese Fähigkeiten gibts es nur undeutlich. Auch Jahrtausende alte Killergene und der erhöhte Adrenalinausstoß als Ansatz reichen ebnso wenig aus, wie dieses seltsame Heilbad, die Auftraggeber der Bruderschaft oder die skurrile Angabe des nächsten Todeskandidaten via Webstuhl.
Logisch gesehen ist Wanted eine ziemliche Wundertüte der Unmöglichkeiten, der zudem auch noch der ironische Unterton fehlt, den so eine Verfilmung eigentlich bräuchte. Nicht ganz optimal fand ich auch die Darsteller und Charaktere. Anjelina Jolie und Morgan Freeman scheinen ihre Rollen weitgehend auf Auto Pilot zu absolvieren. James McAvoy wiederum fand ich darstellerisch am überzeugensten, seine Rolle vom Vorzeigefußabtreter innerhalb von 8 Wochen zum unkaputtbaren Superkiller wirkt etwas unglaubwürdig. Bei edward Norton hatte ich schon Schwierigkeiten ihn in Fight Club vom Hänfling zum Hobbyprügler zu akzeptieren, bei McAvoy trifft das noch viel stärker zu.
Auch die Bruderschaft steht etwas im luftleeren Raum. Ziele und Motivation bleiben im Grauen. Sie killen eben um des killens willen, aber wie die sich finzanzieren z.B. würde mich schon mal interessieren. Die Trainigsmethoden dort sind auch sehr interessant, es reicht offensichtlich einen Probanten munter blutig zu schlagen und mit Messern anzuritzen um ihn zur Vollendung auszubilden. Konditionstraining, Schießübungen oder mentales Training, all der ganze Trainigskappes, den uns Rocky oder Karate Tiger nahegelegt haben, scheint wirklich überbewertet zu sein.
In Sachen Action bekommen wir immerhin etwas geboten, natürlich auch wider jeglicher Physik und wer eine Abneigung gegen CGI hat sollte auch besser einschalten, ansonsten werden aber lustige Dinge mit Autos und Zügen vollführt. Höhepunkt sind natürlich die krummen Flugbahnen der Kugeln die kein Billardspieler mit Effet oder Kopfstoß hinbekäme. Am Ende gibts sogar eine schöne Kreisbahn, die mühelos einige Köpfe durchschießt und sogar den Schützen am Ende erwischt. Die Splatterfans kommen so sogar in den Genuß einiger Slowmo Kopfschüsse. Im Großen und Ganzen war mir Wanted aber doch eine Nummer zu wild. Ein wenig mehr an Hintergründen und Plausibilität der Geschichte hätte dem Film sicher nicht geschadet, aber wer sich drauf einläßt kann sicher auch seinen Spaß damit haben.
4/10

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