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26. November 1956: Revolutionsführer Fidel Castro nimmt vom mexikanischen Asyl aus Kurs auf sein Heimatland Kuba. Mit ihm an Bord sind rund 80 weitere Freiheitskämpfer, darunter auch der argentinische Arzt Ernesto "Che" Guevara. Mit Castro verbindet ihn der unbeugsame Wille zur Freiheit und das Ziel, das korrupte Regime des Machthabers Fulgenico Batista zu stürzen.

Filme über den kubanischen Volkshelden Ernesto Guevara genannt "Che" gibt es ja nun nicht gerade wenige, aber dieser hier könnte durchaus in höheren Schulklassen als Anschauungsmaterial dienen. Es wird großen Wert auf Authentizität gelegt (politische Reden werden außerhalb des aktuellen Geschehens oft in s/w Einsprengseln eingefügt), anstatt das große Hollywood raushängen zu lassen.
Die Geschichte dürfte ja jeder, zumindest in groben Zügen, kennen, aber hier wird sie noch einmal detailliert visualisiert. Von den Anfängen als einfacher Landarzt, der zum Wohle Castros eine Revolutionstruppe aufbaut, bis hin zum Sturz des bisherigen Diktators Batista wird hier sozusagen der erste wichtige Abschnitt im Revoluzzerdasein Che`s rekapituliert.
Es ist scon interessant aus welch plumpen Mitteln so eine Bewegung starten kann. Eine handvoll untrainierter Männer, kaum Ausrüstung oder Waffen und dazu ein enormer Mangel an Disziplin müssen überwunden werden, um Fidel zum Präsidenten zu machen. Diesen Weg zeigt Soderbergh zunächst in ruhigen, dokumentarischen Bildern, bis dann gegen Ende durchaus handfeste Auseinandersetzungen mit den regimetreuen Truppen die Oberhand gewinnen. Speziell die lange Schlacht um Santa Clara, die letzten Endes den Sieg der Revolution bedeutet bleibt haften.
Da das ganze im FSK 12 Modus läuft, sollte natürlich niemand auf blutige Kopfschüsse warte. Dafür bietet Che puren Realismus, optisch gute Bilder (speziell der kubanischen Flora), einen charismatischen Hauptdarsteller und sogar gratis Geschichtsunterricht.
7/10

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