In einem Waldstück treibt Karl the Butcher sein Unwesen, der einst als Kind schon seine Mutter ermordete. Das Blutvergießen auf seinem Weg ist immens, wohl beeindruckt von übermächtigen Slasherfiguren der 80er Jahre erschuf Andreas Schnaas seinen scheinbar unsterblichen Killer, der nicht einmal durch Schußwaffen zu stoppen ist. Dem Splatterfan soll das recht sein, so kommt er doch in den Genuss einer ganzen Palette von deftigen Spezialeffekten aus dem heimatlichen Suppentopf. Auf eine Rahmenhandlung wurde weitgehend verzichtet, die "Violent Shit"-Trilogie gibt sich als Vorreiter heutiger Metzelfilme, die als blutige Freizeitgestaltung junger Menschen auf Zelluloid gebannt werden. Damit kann man diesem Werk zumindest zugute halten, für das deutsche Homemade-Genre eine wichtige Rolle einzunehmen, zu einer Zeit, als dies hierzulande noch in den Kinderschuhen steckte. Die Intention, zwischendrin düstere, verstörende Szenen schaffen zu wollen, ist durchaus erkennbar, immer wieder lugen Anleihen bei den Goreklassikern von Lucio Fulci oder auch Joe D'Amato durch. Fast ständige Farbverfremdungen und Zeitlupen lassen so manch stümperhafte Szene nach mehr aussehen, als sie eigentlich ist, im Endergebnis ist allerdings der Name Programm. Gleiches gilt für die Laiendarsteller, die sich freilich als Shitters zu erkennen geben, deren Dialoge sind mal zu verstehen, mal auch nicht, der Ton ist eben auch Shit. Zugänglich dürfte das nur eingefleischten Homemade-Splatterfans sein, die werden nämlich mit reichhaltigen Goreszenen vom Abhacken diverser Körperteile bis zu Ausweidungen bei Laune gehalten. Die Effekte kommen in ambitionierter No-Budget-Optik daher, die expliziter als in manch anderen Amateurstreifen heutzutage wirkt, an Olaf Ittenbachs "Black Past" aus dem gleichen Jahr jedoch keineswegs heranreicht. Trotz mangelnden Inhalts streut Schnaas ein paar nette Ideen ein, Waldarbeiter mit elektrischer Heckenschere ebenso wie die Ausweidung Jesus am Kreuz. Freiwillig oder unfreiwillig komisch mag jeder selbst entscheiden, wer nach spielfilmorientierter Unterhaltung sucht, ist hier sowieso definitiv falsch. Der Sinn des Ganzen ist offensichtlich, möglichst viel Gesplatter auf die Laufzeit verteilt, der Rest ist shitegol, wie man in Hamburg zu sagen pflegt, wo dieser Shit gedreht wurde. Inwieweit der damalige Kultcharakter auch heute noch Bestand hat, sei mal dahingestellt, wer solche Streifen nach Hektolitern der roten Brühe beurteilt, kommt an diesem Trash kaum vorbei. Alle anderen können sich nach Herzenslust das Maul über die Unfähigkeit der Nachwuchsfilmer zerreissen, wohlbemerkt wie bei fast jedem solcher Amateurfilme.
Fazit: Einer der ersten deutschen Amateursplatter, der den Sprung zur Veröffentlichung schaffte. Für die Szene wichtiger Film, technisch braucht man nichts besseres als bei heutigen Schundwerken zu erwarten. 3/10 Punkten