Was so ein Star-Status für seltsame Filme herausbringt.
Ganz auf seinen Hauptdarsteller Jean-Paul Belmondo zugeschnitten, präsentiert der „Puppenspieler“ die französische Version eines komödiantischen Actionthrillers, in dem der Star als Betrüger und Frauenheld natürlich mal wieder alle Register seines Könnens ziehen darf.
Das bedeutet, der Star reißt sich wieder zu einigen hervorragenden, selbst ausgeführten Stunts hin, kloppt sich, läuft um sein Leben und kriegt mit seinem patentierten Charme so ziemlich jede Frau ins Bett.
Genau der Stoff also, den man zwischendurch einfach mal braucht, um sich simpel zu entspannen.
Beachtlich nur, wenn man bedenkt, was Belmondo da für einen Flickenteppich an Drehbuch in Kauf genommen hat, nur um von seinem Ruhm zu profitieren. Das erste Viertel besteht aus einer Aneinanderreihung von episodischen Häppchen amurös-komischer Art, bis man sich dann endlich entschließt, den Alibi-Plot einzuführen, der sich um die Mikrofilmpläne für einen billigen Treibstoff dreht. Der ist natürlich versteckt und wird unbeachtet von Belmondo den ganzen Film mit sich rumgeschleppt, während die Guten und die Bösen die Hatz auf ihn eröffnen.
Wieviel von diesem Klamauk mal wieder auf Kosten der Rainer Brandt-Synchro gegangen ist (der Meister spricht „Bebel“ wie nicht selten persönlich), bleibt mal dahingestellt, aber Belmondos ständiges Grimassieren und die offensichtlichen Albernheiten der Handlung lassen den Schluß zu, daß hier nichts wirklich entstellt wurde.
„Der Puppenspieler“ bleibt ständig in Bewegung, präsentiert den einen oder anderen Schauwert (die Fahrt mit dem Motorboot direkt in die Empfangshalle des Hotels in Venedig) und kalauert sich sonst unterhalb der Bettdecke über die Laufzeit. Kino zum Genießen, ohne speziellen Sinn.
Und immerhin auf diesem Sektor war Belmondo immer Spitze! (7/10)