Review

Burn before watching 

2/10 Punkten

Auch wenn mich der Plot der neuesten Produktion der so gerühmten Coen-Brüder von Beginn an wenig reizte, die hochkarätige Besetzung und die starken Kritiken aus Amerika trieben mich doch ins Kino um mir seit langem mal wieder eine niveauvolle Komödie anzuschauen.  

Brad Pitt und George Clooney. Das erinnert an den frechen und trockenen Humor aus der „Ocean’s“ Reihe. Einfach an ein gutes Schauspielerduo das in der Lage ist selbst die scheinbar geistloseste Szene in einen Lacher zu verwandeln. Dazu ein John Malkovich, begannt aus schauspielerisch meiner Meinung nach starken Leistungen wie „Constantine“. Diese Gründe reichten mir aus um mich also ins Kino zu begeben, wo ich den mit Abstand langweiligsten Film der letzten Jahre sehen sollte. 

Die Story ist schnell erzählt. Der CIA-Analyst Osbourne Cox (John Malkovich) wird aufgrund seiner Alkoholabhängigkeit gefeuert und beschließt seine Memoiren zu schreiben. Seine Frau (die ihn mit dem ehemaligen Personenschützer Harry (George Clooney) betrügt) will sich derweil von ihm scheiden lassen und sammelt belastendes Material gegen ihn. Darunter eine CD mit dem Inhalt seines Buches, die sie schon bald in einem Fitnessstudio verliert. Der Grenzdebile Chad Feldheimer (Brad Pitt) findet diese CD und ist davon überzeugt belastendes Material entdeckt zu haben mit dem er die CIA erpressen kann. Linda Litzke (Frances McDormand) hilft ihm dabei um Geld für eine Schönheitsoperation zu erlangen.   

Schon nach einer Viertelstunde, in der der einzige Witz war dass der Kinobetreiber die Linse falsch eingestellt hatte und somit permanent ein Mikro am oberen Bildrand zu sehen war, fielen mir zum ersten Mal die Augen zu.  Scheinbar sinnlos aneinandergereihte Szenen deren Bedeutung den ganzen Film über nicht klar wurde und „Pointen“ die diese Bezeichnung nicht verdienen. Ich selbst war äußerst verwundert wieso es trotzdem einige Leute im Kino gab die an den banalsten Stellen lachten. Anscheinend reicht es für einige Kinobesucher wenn ein Brad Pitt in lächerlicher Föhn-Frisur und zu engen Shirts einen völligen Vollidioten mimt. Leider schafft es auch ein sonst brillanter Schauspieler wie Brad Pitt nicht den aufgrund der Handlung so maroden Karren aus dem Dreck zu ziehen.   Dasselbe gilt leider für Clooney. Auch er schafft es nicht das zweifelsohne vorhandene Potential aus „Michael Clayton“ oder den Humor aus „Ocean’s ...“ zu nutzen um aus diesem schwachen Drehbuch irgendwie Witz, Spannung oder Tragik herauszukitzeln.   Die bei diesem Film so oft gelobte tiefere Ebene, also die Kritik an der amerikanischen Gesellschaft mit ihrem Fitnesswahn und den amerikanischen Geheimdiensten ist so plakativ und überzeichnet wie in jeder zweitklassigen Comedysendung, sodass auch hier nichts Innovatives festzustellen ist.
Die bloße Gegenwart einiger Hochkaräter  reicht eben nicht aus um einen starken Film zu produzieren.  

Abschließend ist festzuhalten dass „Burn after Reading“ die in ihn gesetzten Erwartungen nicht mal im Ansatz befriedigen kann. Der angeblich subtile Humor in Form von Kritik und Überzeichnung der amerikanischen Eigenarten wird dem Zuschauer nahezu ins Gesicht geschlagen und ist daher äußerst plakativ. Wer jedoch darüber lachen kann wie sich ein sonst brillanter Schauspieler zum Vollidioten degradiert kann sich diesen Film gerne anschauen.  Ein Punkt den ich vergeben habe ergibt sich daraus dass es eine doch interessante und meiner Meinung nach beim besten Willen nicht vorhersehbare Entwicklung in der Mitte des Films gibt. Der zweite Punkt resultiert aus den ein oder zwei Stellen an denen zumindest geschmunzelt werden konnte, beispielsweise das Telefonat Pitt’s mit Malkovich.  
Alles in Allem muss ich jedoch sagen, dass ich den Film niemandem ruhigen Gewissens empfehlen kann. Der oberflächliche Humor bezieht seine gesamte Existenz aus dem Vorhandensein guter Schauspieler und ihrer Degradierung zu Idioten, was in unserer sensationsgeilen und mediengesteuerten Gesellschaft offenbar reicht um erfolgreich zu sein. Gerade von den Coen-Brüdern hätte ich das jedoch am wenigsten erwartet.  Sollten Sie die Karte bereits haben oder geschenkt bekommen verbrennen Sie sie doch einfach. Burn before watching.   

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