Der in einem heiklen Balkan-Projekt engagierte CIA-Veteran Osborne "Ozzie" Cox wird von seinem Arbeitgeber auf die Strasse gestellt, weil er zu oft ein Gläschen über den Durst getrunken hat. Außer sich vor Wut, beschließt er, seine Memoiren zu schreiben, gespickt mit pikanten Details. Die CD, worauf er seine Daten speichert, landet allerdings bald in den Händen seiner Bald-Ex-Frau Katie, die mit dem ebenfalls verheirateten Staatsangestellten Harry Pfarrer eine Affäre hat und sich lieber heute als morgen von Ozzie scheiden lassen möchte.
Burn after Reading ist irgendwie schwer zu katalogisieren, das was die zahlreichen schrägen Charaktere hier veranstalten, kann man bestenfalls noch als skurrile Parodie durchgehen lassen. Allerdings hat mir von den Coen Brüdern Fargo doch besser gefallen. Der Humor von Burn after reading ist stellenweise brillant, aber manchmal auch einfach nicht komisch. So sind beispielsweise die dauernden Fremdgehereien eher lästig, dafür die Szenen mit Brad Pitt und auch die Schlußszene im CIA Hauptquartier absolute Schenkelklopfer, alles andere liegt meist irgendwo dazwischen.
Die Story dabei ist relativ intelligent, so ein organisiertes Chaos muß man sich als Scripter erst mal einfallen lassen. Dazu gibts gratis versammelte Starpower, die ihre ungewöhnlichen Rollen mit sichtlicher Spielfreude ausfüllen. Clooney bastelt Sexspielzeug, Pitt ist ein IQ-Unterversorgter Proll, Malkovich ein saufender CIA Mitläufer, McDormand eine OP-süchtige Fitneßelsa und Swinton eine eiskalte Schlampe, und Sledge Hammer wurde doch noch ein hohes Tier in Langley. Diese Figuren erlauben haufenweise unkalkulierbare Konstellationen an Durcheinander, die auch gerne ausgeweidet werden. Am Ende blickt dann keiner der Teilnehmer mehr richtig, was eigentlich passiert ist und wer nun gerade welche Fehler gemacht hat, oder auch nicht.
Als Krimikomödie ist Burn after reading ganz nett geworden, aber beileibe kein Meisterwerk. Es gibt viele nette Einfälle, aber als Paket reicht nur für guten Durchschnitt. Dafür bekommen aber alle die in Angelina Jolie heimlich verliebt sind in den Genuß eines knackigen Kopfschusses an Brad Pitt, ist doch auch was wert.
Gute 6/10