Schön, schnell, teuer - nach diesem Prinzip ging Randall "Memphis" Raines Nacht für Nacht auf Auto-Klau. Memphis konnte alle knacken - seine Bestzeit: 60 Sekunden.. Doch das ist längst Vergangenheit. Sein kleiner Bruder Kip ist noch im Geschäft und steckt bis zum Hals in Schwierigkeiten. Nur der ganz große Coup könnte Kip retten. Memphis trommelt seine alte Crew zusammen, darunter Sway, seine ehemalige Liebe. Dann die alles entscheidende Nacht: 50 Traumwagen gilt es innerhalb von 3 Tagen zu stehlen. Doch da ist noch Memphis Gegenspieler Detective Castlebeck, den die coole Gang mit raffinierten Ablenkungsmanövern in Schach halten muss.
Irgendwie ließ mich der Film relativ unberührt zurück und wirkte her wie eine seelenlose Mischung aus Ocean´s Eleven und Fast and the furious. Allein schon der deutsche Titel ist völlig Panne, von einem 60 Sekunden Limit ist nie die Rede, der englische Originaltitel Gone in 60 seconds bezieht sich lediglich auf die Zeit die für aufbrechen, Schloß knacken und wegfahren benötigt wird.
Wer hier erwartet beim Weltrekordversuch im Edelkarossenklau ein actionhaltiges Werk mit Nobelwägen beizuwohnen, der kann die erste Stunde getrost vorspulen, denn hier wird eigentlich nur gelabert. Memphis muß sich mit seinem Bruder ausdiskutieren, lang und breit ein paar Helferlein zusammentrommeln, sich mit seiner Ex auszutauschen, zwei Bullen auszuweichen usw., spaßig ist da eigentlich nur der Running Gag mit der Ghetto Konkurrenz, die am liebsten selbst den Auftrag bekommen hätte, aber in den Auseinandersetzungen stets nur ihr eigenes Auto zerschrottet wird.
Die sparsame Action sieht dann wenigstens schön bunt aus, konzentriert sich aber wirklich auf den Showdown, wo endlich mal die Reifen durchdrehen und der Motor röhrt. Zwar machen Realismus und Logik da dann Urlaub, aber man nimmt ja schon was man kriegt. So richtig weiß die Geschichte auch insgesamt nicht was sie darstellen soll. Irgendwo zwischen Actionstreifen, Stunt-driving oder Komödie soll wohl die Essenz liegen. Selbst die Darsteller wirken oft nicht so wirklich motiviert, Cage schlafwandelt durch die Rolle und auch die anderen wirken, als spielen sie mit angezogener Handbremse.
Für einfaches Fast Food ist nur noch 60 Sekunden schon brauchbar, aber mir fällt jetzt spontan kein Grund ein irgendwann noch ein zweites mal reinzuschauen, höchstens noch die blonden Rastazöpfe der Jolie.
5/10