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Als Kind war Detective Jacob King Zeuge eines grausamen Mordes. Heute ist er einer der erfolgreichsten Polizisten, keiner hat mehr Morde aufgeklärt. Doch bei seinen brutalen Ermittlungsmethoden geht er mit voller Härte gegen Verbrecher vor, weshalb ihm das FBI an den Fersen ist. Gleichzeitig wird die Stadt von bizarren Morden heimgesucht. Die Presse nennt den Mörder, der immer astrologische Symbole in seine Opfer schneidet, den Ritzer.

Mittlerweile komme ich zu dem Schluß, das die neuen Seagal Filme mehr oder weniger austauschbar geworden sind. Man kann mühelos immer wieder dieselben Dinge kritisieren, da ändert sich sowas von nüscht. Hier kann sich Seagal zumindest nicht aus der Verantwortung stehlen, denn er spielt hier nicht nur (d.h. er versuchts gelegentlich, aber das kennt man ja), sondern verfaßt auch das Drehbuch und nahm auf dem Produzentenstuhl Platz. Ein Positivum gleich vorab, es wurde nicht im Ostblock gedreht, also heute mal kein tristes Bukarest oder ähnliches.
Mal frei von der Leber weg gemeckert, was mich am meisten genervt hat in Kill Switch war seine generelle Zeitschinderei. Die Plotten um die Flashbacks in die Kindheit, als auch der ganze FBI Stuß, der zu nichts führt, aber so etwa 15 bis 20 Minuten totschlägt. Dazu kann man dann auch die Szenenwiederholungen in den Actioneinlagen rechnen. Hier wird so ziemlich alles, was einigermaßen spektakulär aussieht mindestens fünfmal aus verschiedenen Blickwinkeln gezeigt wird. Was soll das? Das nervt genau so wie die komischen Jump Cuts, soll das Dynamik suggerieren? Es ist lästig. Wenn Jackie Chan aus 15 Metern Höhe durch drei Markisen einen Superstunt hinlegt, dann ist das ok, aber hier ist das deplatziert.
Moppelchens Stuntdouble muß ebenfalls wieder Überstunden machen, denn außer ein wenig Gefuchtel mit den Händen bringt er nichts an Kampfaction. Lieber Steven, wenn du keine Lust mehr auf Bewegung hast, oder die Knochen langsam morsch werden, dann lass es lieber bleiben. Hier fühl ich mich als Zuschauer doch ein wenig veralbert. Selbiges gilt auch für die Marotte sich selber blutjunge Frauen zuzuschustern. Hier gibt es sogar zwei davon, eine wird ermordet und noch bevor sie richtig kalt ist, steht auch schon die nächste inklusive Kinder am Start. Bigamie? Zeitsprung? Keiner weiß es. Sinn macht das alles nicht.
Wenigstens in Sachen Härte kann sich der Actionfreund freuen. Die Kämpfe dauern hier zwar meist etwas zu lang, aber es gibt genügend auf die Zwölf, wie man es gewohnt ist und von Seagal einfach auch erwartet. Dazu gibts noch gleich zwei böse Serienkiller zum Preis von einem, jede Menge Gesocks in Bars und auf den Straßen, so daß genug Platz zum austoben geboten wird. Lustig fand ich vor allem den Satz von einem der Thugs mit "holt euch den fetten Wichser", spielt da etwa Selbstironie mit? Leider bleibt aber insgesamt mehr Schatten als Licht übrig. Vielleicht sollte Meister mal von Handkanten auf eine dicke Wumme wechseln, das verkauft sich auch als Beinaherentner einfach glaubwürdiger.
4/10

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