Review

"Der letzte der hier saß sagte, er käme aus dem Weltall."

Die zweite Zusammenarbeit zwischen Regisseur Brian Robbins und Eddie Murphy macht bereits von Beginn an einen seriöseren Eindruck als der vielfach hart kritisierte "Norbit".

Um ihren Planeten zu retten verschlägt es das Volk der Nil auf die Erde. Ihre Aufgabe besteht darin das Salz aus den Ozeanen zu ernten. Dafür lag es ihnen im Sinn ein Artefakt zu nutzen, welches das Wasser der Meere einsaugt und nur das Salz zurück lässt, was widerum fatale Folgen für die, aus ihrer Sicht, zurückgebliebene Kultur der Menschheit hätte. Dummerweise landet das Artefakt im Zimmer des Jungen Josh Morrison (Austyn Lind Myers).
Das Volk der Nil ist den Menschen sehr ähnlich, allerdings ist ihre Körpergröße im Vergleich winzig. Ihr Raumschiff ist daher der Größe eines Menschen angeglichen und gleicht dem Kapitän des "Schiffes" (Eddie Murphy). Um eine schnelle Kommunikation herstellen zu können, lernt Crew und Schiff menschliche Grundzüge wie namensgebung und Mimik.
Nach einem Unfall lernt die Crew Gina Morrison (Elizabeth Banks) und ihren Sohn Josh kennen, und gerät dabei zufällig in die Nähe des gesuchten Artefakts. Die Nilianer mimen aber immer mehr menschliche Züge nach und erkennen Vorteile in der emotionalen Art miteinander umzugehen. Ganz besonders Nummer 3 (Gabrielle Union) ist von den Erdlingen sehr angetan. Nummer 2 (Ed Helms) sieht dies aber anders und ist bereit eine Meuterei herauf zu beschwören.

Die Science-Fiction-Komödie hatte keinen besonders guten Start in den Kinos. Neben der harten Konkurrenz von "Hancock" und "The Dark Knight" blieb "Mensch, Dave" trotz doppeltem Eddie Murphy weit hinter den Erwartungen zurück. Nur ein Sechstel des Budgets konnte die Komödie in den ersten Kinowochen wieder einfordern, somit reiht sie sich in die Flops des Jahres 2008 ein.

Hinter den Erwartungen bleibt auch das Drehbuch. Trotz vieler guter Ansätze und einem interessanten Szenario gelang es den Autoren nicht die stereotypische Handlung sowie deren Figuren zu umgehen. Vielfach kämpft der Film mit seiner losen inneren Logik und weist belanglose Subplots auf. Enttäuscht werden ebenso Anhänger Eddie Murphy's die ihn als übliche Labertasche erwarten, übertrieben ausgeführte Dialoge seinerseits gibt es nämlich nicht.

Dagegen fällt der Witz gelungener aus, zumindest was die erste Hälfte betrifft. Es ist insbesondere der lustigen Körpersprache des Hauptdarsteller zu verdanken, dass die Gags immer wieder gelegentliche Lacher abfordern und für Kurzweil sorgen. Der besondere Reiz sind dabei die eigenwilligen menschlichen Riten und Zwänge, die aus Sicht von Außenstehenden herrlich absurd und eigensinnig wirken.
Auch die passende Situationskomik sowie manch eingeworfene Instrumentalelemente halten die Laune hoch.
Mit zunehmender Laufzeit ist aber die Abnutzungsgefahr immer auffälliger. Statt spritzigen Elementen bedient "Mensch, Dave" plötzlich nur noch mit angestaubter Kost und flacht immer mehr ab. Höhepunkt dieses Tiefs ist das letzte Drittel, dass durch den Umschwung der Meuterei die Richtung völligst wechselt, und aus der kurzweiligen Komödie eine, zwar effektreiche, aber auch unsinnige Science-Fiction-Action Collage mit abschließender, überdrüssig kitschiger Einsicht und Moral macht.

Zugpferd Eddie Murphy ("Die Geistervilla", "Dr. Dolittle", "Beverly Hills Cop"-Reihe) ist hier mal nicht die beliebte Quasselstrippe, stattdessen bietet er eine starke, herrlich übertriebene Form seiner Gesichtsmimik. Es ist immer wieder lustig anzusehen, wie er in seiner Zweitrolle erzwungen künstlich den Mund zu einem Lächeln verzieht oder monotone, ernste Gesichtszüge vorweist.
Dagegen hat es der Rest des Cast schwer, bleiben ihre Rollen doch geradlinig und ohne viel Potential zur Weiterentwicklung. Elizabeth Banks ("Spider-Man"-Reihe, "Slither") sowie Gabrielle Union ("Bad Boys II", "Eine wie keine") bilden den jeweiligen Gegenpart zu Murphy, letztere hat einen sympatischeren Charakter den sie auch voll ausspielt.
Ed Helms ("Evan Allmächtig") ist als kurzzeitiger Bösewicht leider weder überzeugend noch glaubhaft.

Neben dem Hauptdarsteller gibts nur wenig zu sehen. Von Belang sind nur die witzigen Passagen bis zu Hälfte, danach gehts rapide bergab. Die erzwungenen tiefsinnigen Momente sowie die kurzzeitige Starkstrom-Schnulze spielen die Komödie gegen Ende leider völligst ins aus. Was bleibt ist eine kurzweilige Scifi-Komödie mit frischen Ideen die man sich mal anschauen kann, aber nicht muss.

4 / 10

Details
Ähnliche Filme