Es wäre ja mal nicht uninteressant, einen neuen Kult-Killer zu etablieren, einen wie Michael Myers, Freddy Krüger oder Jason Vorhees. Dazu benötigt es eigentlich nur ein recht markantes Auftreten, dazugehörige Splattereffekte und kreative Morde. Doch was uns Regisseur Michael Shelton auftischt, ist eine ideenlose Mischung aus allem, was der Genrefan in den letzten dreißig Jahren vorgesetzt bekam.
Jack Riley wurde nach elf Jahren aus der Nervenheilanstalt entlassen, obgleich er fünfzehn Morde beging, einschließlich seiner Mutter. Karen überlebte seinerzeit und verfolgt nun den mutmaßlichen Killer. Ihre Spur führt in eine Kleinstadt, in der Jack bereits wieder in den Startlöchern steht...
Wäre der Streifen in den Achtzigern erschienen, hätte man damit noch ein breites Publikum ansprechen können, doch mittlerweile haben sich viele Verlaufsmuster massiv abgenutzt, - da bedarf es mindestens einem Augenzwinkern, um einigen Klischees entgegenzuwirken.
Der klassische Einstieg etwa, mit einem Liebespaar im Auto, welches nebenbei die Warnungen im Radio ignoriert oder das dumme Handeln der ermittelnden Cops, welche Karen phasenweise als Hauptverdächtige festnehmen, obgleich sie mit entscheidenden Informationen weiterhelfen könnte.
Die vagen Figurenzeichnungen gehen zwar noch in Ordnung, doch um Keller Johannes ist es nicht so gut bestellt. Die Masse an Flashbacks in seine Kindheit rauben dem Typen die mysteriöse Aura und erklären zuviel, eine Machete als Hauptwaffe sorgt zwar für einige Stichverletzungen und einen abgetrennten Unterarm, doch das was einen effektiven Slasher ausmacht, vollführt der Kerl im Zusammenspiel mit seinen Opfern nur selten: Lauern, Annähern, Konfrontation, Zuschlagen. Oft sieht man lediglich die positionierten Leichen und dann taucht der dunkel gekleidete Zottel für eine ganze Weile wieder ab, während sich die Cops auch mal mit unnötigen Dingen beschäftigen, anstatt Spuren nachzugehen.
So ist ständig Gewitter und doch regnet es nicht, Tiffany Shepis darf sich als rotzige Polizisten durch einige Flure bewegen, während die Rückblenden zu Jacks Mutter einige Wiederholungen beinhalten und auf Dauer immer mehr Drive herausnehmen.
Darstellerisch wird brauchbares Niveau abgeliefert, die Kamera arbeitet mit einigen variablen Perspektiven und gelungen Fahrten sogar überdurchschnittlich, nur die musikalische Untermalung bleibt latent unauffällig.
Am Ende vermag "Basement Jack" zu keiner Zeit überraschen, da weder Atmosphäre noch Spannung überzeugen können, dem Killer das Markante fehlt und das Drumherum zu eindimensional ausfällt. Zudem hält sich das Blutvergießen in Grenzen, Humor ist erst gar nicht vorhanden und wer mal wieder sämtliche Cops in formvollendeter Dummheit sehen will ist hier gut aufgehoben. Wer hingegen einen mitreißenden Slasher sucht, dürfte an dieser Stelle kaum fündig werden.
4 von 10