It's time again für ein großes, gefräßiges Monster !
Diesmal gehts um ein Killer-Kroko das irgendwo in den Wäldern von Maine Menschen wegknabbert.
Während der Anfangscredits schreit der Genreliebhaber dann vor Freude auch noch laut "Juhu", laufen doch immerhin die Namen Steve Miner (Friday the 13th Part 2 & 3) und Stan Winston (Terminator, Aliens, Predator) durchs Bild. Und auch der Cast ist mit Bill Pullman, Bridget Fonda und Oliver Platt recht prominet besetzt. Auf den ersten Blick ist also alles angerichtet für ein unterhaltsames kleines Monster-Movie.
Leider erfüllt das Ganze dann aber nur kaum die gesteckten Erwartungen. Zum einen liegt das an den völlig überzogenen und nervtötenden Charakteren. Pullmans Figur, ein Forstaufseher, ist noch in einem akzeptablen Rahmen, aber besonders Fonda als Paläontologin und Platt als fanatischer Mythologieprofessor/Steve Irwin für Arme gehen einem schon nach drei Sätzen auf den Zeiger. Das ist dann auch nicht lustig wenn Fonda hysterisch mit Mückenspray um sich sprüht oder fragt, ob sich die Männer in Maine alle so verhalten wie in Deliverance. Genau so albern sind Platts saudämliche Sprüche in Richtung Sheriff oder seine depperte Ankunft per Wasser-Heli. Die Nebencharaktere sind nicht besser ("Geh nicht schwimmen! Dann schlaf ich auch mit dir."). Dadurch geht die Spannung leider komplett baden und auch als Augenzwinkern in Richtung der klassischen B-Movies kann man diese Charakterzeichnung nicht entschuldigen. Ebenso wenig geht die Chose als Horrorkomödie durch, denn das Resultat ist einfach nicht witzig, sondern nur nervig.
Zweites großes Ärgernis ist der Bodycount. Ganze zwei (in Zahlen: 2 !!!!) Personen werden vom Kroko weggeschnuckelt und da ein Opfer natürlich schon obligatorisch nach 5 Minuten dran glauben muss, bleibt also nur noch eins für die restlichen 70 Minuten. Na Bravo. Besonders ärgerlich ist das, da die Creature Effects wirklich gut sind. So darf das Riesenvieh dann nur noch einen Bären und eine Kuh verspeißen und das wars. Der Showdown ist leider auch etwas dürftig, da zu unspektakulär, bietet aber immerhin mal einen etwas anderen Ausgang als sonst in solchen Filmen.
Unter dem Strich ist Lake Placid so interessant wie der berühmte Sack Reis in China. Die niveaulose Story fällt dabei nicht ins Gewicht, da in dieser Art Film von untergeordnetem Interesse, vielmehr stören die dümmlichen Figuren und ihre chronisch unlustigen Witzchen. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, was für ein Theater dabei heraus gekommen wäre, hätte man die Schauspieler alle eine Kategorie schlechter besetzt.
Leider trüben auch viel zu wenig Geschmadder und Kroko-Action die Freude, was besonders schade ist, angsichts des gut anzusehenden Viechs und einer ordentlichen Inszenierung. So landet dieses Machwerk nur knapp vor den Abstiegsplätzen. (4/10)