Review
von Leimbacher-Mario
Große Klappe, Nil dahinter
„Lake Placid“ - ein See in Maine, ein riesiges Krokodil, ein paar schrullige Damen und Herren, die das schuppige und hungrige Problem lösen wollen. Mehr braucht dieser augenzwinkernde und eher nette, naive, ungefährliche Tierhorror nicht um in nicht mal 90 Minuten auf den Punkt zu kommen…
„Lake Placid“ nicht zu mögen ist schwer. Die Figuren sind schön schrullig-sympathisch, der Riesenkroko kann wunderschön blutig zubeißen und sieht für damalige das Computereffekteniveau auch noch meist sehr gut aus, 80 Minuten sind die ideale Länge, Fett gibt’s weniger als an einer Lederhandtasche. Vor allem die Balance zwischen Leichtigkeit, Humor, Selbstironie und hartem Tierhorror kann sich sehen lassen. Ein Lückenfüller, der immer geht. Bridget Fonda ist totales Schwarmfutter. Bill Pullman war noch nicht auf Autopilot. Kaum einer kann grummelig besser als der alte Gleeson. Das Ende ist versöhnlich und schmunzelnd, genau zwischen „King Kong“, B-Movie, Trash und „Jaws“. Für ganz hohe Weihen reicht es dann doch in keiner Kategorie, aber mein Creature Feature-Herz hat er ohne Frage etwas angeknabbert.
Fazit: sympathischer Tierterror mit jeder Menge Augenzwinkern, netten Charakteren und Herzlichkeit. Letzteres in seinen Figuren sowie zum Krokodil. Kurz und kompromisslos. Nichts Besonderes - und doch außergewöhnlich ausgeglichen.