Review

Adam Sandler spielt einen israelischen Geheimdienstagenten, der seinen Tod vortäuscht, um seinem Erzfeind, gespielt von John Turtorro, seinen Arbeitgebern und seinem bisherigen Leben zu entkommen. In den USA will der ehemalige Agent nun seinen Traum verwirklichen: Er will Friseur werden. Und dies gelingt ihm auch mit überraschend großem Erfolg, bis ihn schließlich seine Vergangenheit einholt.

Adam Sandler ist seit Jahren einer der besten und erfolgreichsten Darsteller in Komödien aller Art, darunter "50 erste Dates", "Die Wutprobe" und "Spiel ohne Regeln", ähnliches gilt für John Turtorro, der unter Anderem in "The Big Lebowski" und "O Brother, There Art Thou?" mit von der Partie war. Das Drehbuch stammt von Judd Apatow, der ebenfalls große Erfolge, wie "Jungfrau (40), männlich, sucht" und "Beim erstem Mal" im Genre verbuchen konnte und auch Regisseur Dennis Dugan, der mit "Chuck und Larry" und "National Security" ebenfalls einige Erfahrungen sammeln konnte versprach, dass "Leg dich nicht mit Zohan an" eine hervorragende Komödie werden könnte, aber, das ist sie leider nicht.

Zunächst einmal hat der Film im Grunde keinen richtigen Plot. Zwar sind Fragmente einer Handlung durchaus vorhanden und die Grundidee um den Top-Agenten, der eigentlich nur in Ruhe Haare schneiden möchte ist im Grunde gar nicht mal schlecht, aber schon nach wenigen Minuten verläuft sich der Film zu einer relativ zusammenhanglosen Sketsch-Show, in der die Story nicht einmal die Funktion eines Vehikels zum Füllen der Leerräume einnimmt. Ein roter Faden ist kaum erkennbar und dann wäre da noch der klischeehafte Subplot, für den auch hier eine im Grunde überflüssige Love-Story herhalten muss und das naive Ende ist ebenfalls alles andere als gut.

Da im Grunde keine Handlung vorhanden ist, die auch nur im Ansatz einen dramaturgischen Aufbau gewährleisten würde, legt man den gesamten Film auf die Gags aus, mit denen "Leg dich nicht mit Zohan an" im Endeffekt steht und fällt. Auch wenn es sich nicht leugnen lässt, dass gelungene Gags dabei sind, etwa, wenn der ewige Konflikt zwischen Israel und der arabischen Welt ins Lächerliche gezogen wird, mit einem hohen Maß an Dreistigkeit, oder, wenn sich die Macher über die arabischen Terroristen lustig machen, wobei auch die, mitunter etwas rassistischen Gags zum Teil durchaus zünden können, überwiegt der Fäkalhumor leider definitiv und hat eine dermaßen geringe Trefferquote, dass der Film trotz seiner enorm hohen Gagdichte auf kein wirklich zufrieden stellendes Unterhaltungsniveau kommt. Meist ist es geschmackloser und vulgärer Klamauk, den Dugan, Sandler und Apatow auftischen, der größtenteils nicht mehr innerhalb der Grenzen des guten Geschmacks liegt. Und auch die Slapstick- und Klamaukeinlagen sind eher lächerlich, nervig und naiv, als amüsant und damit bietet der Film allerhöchstens mäßige Unterhaltung, da dann doch der eine oder andere Lacher durchaus vorhanden ist. Da nützt es auch nicht mehr viel, dass das Erzähltempo meist zügig, aber nicht zu schnell gehalten ist und auch die musikalische Unterlegung nicht schlecht geworden ist und zudem noch die eine oder andere ganz ansehnliche Action-Szene dabei ist, auch wenn diese ebenfalls sehr klamaukhaltig geworden sind.

Adam Sandler zeigt sich gewohnt spielfreudig und meistert seinen Part souverän. Mit seiner, für den klamauklastigen Film, relativ ruhigen Art, passt er hervorragend in seine Rolle und ist sich zudem für keinen der derben Gags zu schade, womit er teilweise wenigstens ein bisschen amüsiert. John Turtorro, der seine Rolle deutlich überzieht und mit seiner schrillen Art auf Dauer ein wenig nervt, verbucht zwar durchaus ein paar Lacher, kommt jedoch nicht an Sandler heran und verstärkt den mitunter sehr anstrengenden Grundeindruck des Film noch weiter. Der restliche Cast ist gut besetzt, auch wenn neben dem spielfreudigen und omnipräsenten Sandler kein Nebendarsteller einen wirklich bleibenden Eindruck hinterlassen kann.

Fazit:
"Leg dich nicht mit Zohan an" ist im Grunde eine reine, handlungsarme Sketsch-Show, die zu sehr auf Fäkalhumor und Klamauk setzt, statt die, mitunter sehr respektlosen, aber durchaus amüsanten Seitenhiebe auf den Nah-Ost-Konflikt häufiger einzubringen. Da ein paar ganz lustige Stellen dabei sind und der spielfreudige Sandler durchaus überzeugt, unterhält die Komödie wenigstens gelegentlich, auch wenn es sich bei ihr so ziemlich um den absoluten Bodensatz dessen handelt, was man noch als Unterhaltungskino bezeichnen kann.

40%

Details
Ähnliche Filme