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Schon Alejandro Gonzàlez Inarritu verwendete in seinen beiden Filmen "Amores Perros" und "21 Gramm" einen Unfall als zentralen Punkt der Geschichte. Die dänische Regisseurin Susanne Bier entschied sich nun auch, sowohl ihr kleines Meisterwerk "Open Hearts" als auch das eher unernstere Beziehungsgeflecht  "Der einzig Richtige" mit einem Autounfall zu versehen, der die Story plötzlich ändern sollte.

Bei dieser Beziehungskomödie hier klappt das nicht so gut, denn währenddessen "Open Hearts" intensiver und fesselnder kaum sein konnte, entschied sich Susanne Bier 3 Jahre zuvor noch, eine eher sympathischere Komödie zu schaffen, bei der ein Autounfall zwei kurz zuvor noch verheiratete Personen zusammenführen soll. Lizzy und Niller führen eine durchschnittliche Ehe, wobei das größte Problem darin besteht, dass Nillers Sperma ganz einfach zu lahm ist und sie deswegen keine Kinder bekommen können. Also entscheiden sie sich, Mgala aus Burkina Faso zu adoptieren. Schon allein die "Beschaffung" ist reichlich nervend, da Lizzy nicht unbedingt einen Sympathiebolzen darstellt und unglaublich nervt. Da darf Niller seiner baldigen Tochter keine "Negerpuppe" schenken, da dies diskriminierend sein soll und auch allgemein geht einem Lizzy tierisch auf die Nerven.

Die andere Ehe besteht aus Susanne und ihrem italienischen Ehemann Andrea, der sehr viel südländisches Temperament an den Tag legt und für die ein oder andere lustigere Szene sorgt. Hier wird fast jedes Klischee, das man in Bezug auf Italiener kennt, erfüllt. Susanne und er möchten auch gerne ein Kind, was sie nun auch bald bekommen werden. Doch leider erfährt Sus, wie Andrea sie liebevoll nennt, in ihrer Arbeit, dass ihr Ehemann sie betrügt. Als Andrea dies bestätigt, kommt es zur Trennung.

Kurze Zeit später stirbt Lizzy dann bei einem Autounfall und so stehen Susanne und Niller plötzlich alleine da. Zufälligerweise lernen die Beiden sich auch noch kennen und bald stellt sich die Frage, ob sie mehr füreinander empfinden und was mit Susannes baldigem Kind und Nillers Mgala geschehen soll.

Irgendwie hat man hier stets das Gefühl, dass eine Frau am Werk war. Sowohl Humor und Musikuntermalung als auch der Verlauf des Filmes sowie das auserwählte Ende weisen irgendwie schon darauf hin, dass man es mit einer Regisseurin zu tun hat. Bei "Open Hearts" war das eine kurze Zeit später nicht der Fall. Auf jeden Fall ist mir "Der einzig Richtige" zu groschenromanmäßig und kitschig, denn die Dialoge sind allesamt nicht sonderlich tiefgründig, wodurch Alles auf eine ganz normale Beziehungskomödie herausläuft. Das Ende im "Abtreibungssaal" ist und bleibt für mich einfach fragwürdig und schlecht getroffen, denn irgendwie hat man gar keine Sympathien für eine gewisse Art von Ende. Zumindest mir war zu diesem Zeitpunkt irgendwie egal, wie es nun kommt, andererseits war es fast schon klar, für welche Variante die Drehbuchautorin sich entschieden hat.

Alles in allem ist "Der einzig Richtige" sicherlich größtenteils unterhaltsames Kino aus Skandinavien, das mit dem üblichen lakonischen und ironischen Humor aufwartet und dessen Story einen ähnlichen Verlauf wie im viel besseren "Open Hearts" nimmt. Im Endeffekt kann man sogar sagen, dass sich diese beiden Filme sehr ähneln, wohingegen "Open Hearts" später entstanden, dafür wesentlich ernster, nachdenklicher und besser geraten ist.

Ganz nett, aber nicht wirklich etwas Besonderes, da viel zu transparent und klischeehaft.

6/10 Punkte

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