DIE KINDER DER SEIDENSTRASSE oder Historisches als mainstreamige Kurzweil!
Trotz der prominenten Besetzung ist der Film jahrelang unbesehen an mir vorbeigezogen.
Vielleicht liegt dies am inhaltlich richtigen, aber vertriebsmäßig sperrigen Filmtitel, der eher an eine Dokumentation als an ein auf Tatsachen basierendes Abenteuerdrama erinnert.
Regisseur Roger Spottiswoode hat eine ganze Palette von unterschiedlichen Filmthemen auf dem „kreativen Kerbholz“ (darunter auch einen James Bond-Film). Mir gefällt aus seiner „frühen“ Schaffensphase nur der Hochspannungsthriller MÖRDERISCHER VORSPRUNG, den ich nach all der Zeit noch immer für ein klassisches Must See halte.
Um es ein wenig zu kürzen, sehe ich den vorliegenden DIE KINDER DER SEIDENSTRASSE nicht unbedingt als ein Must See an. Denn dafür reiht es sich zu problemlos in eine endlose Folge von Filmen ähnlicher Couleur ein.
Doch komme ich zu einigen Fakten:
die Kamera ist exzellent, hat stimmungsvolle Sequenzen eingefangen und macht den Film cinema-like.
Die Schauspieler passen allesamt sehr gut in ihre Rollen und haben das entsprechende Feeling für die darzustellenden Charakteren. Auch die Kinder- und Jugendlichenrollen prägen durch qualitativ hohes Acting dieses Movie.
Für mich gab es bei Ansehen ein nettes Wiedersehen mit John Woos Actionstar Chow Yun-Fat mit einer altersbedingt ruhigeren, aber sehr unterhaltsamen Performance.
Massenszenen (ca. 10.000 Statisten und keine CGI-Soldaten) bilden den militärischen Rahmen für kurze und heftige Kriegsszenen. Ein Aufwand, der sich wirklich gelohnt hat. Für ein 12er Rating gibt es einige sehr schreckliche Darstellungen. Doch sollte man bei DIE KINDER DER SEIDENSTRASSE keine vorherrschenden Actionparts erwarten. Der Film ist schließlich ein Drama und kein oberflächlicher Ballerfilm.
Unterm Strich bleibt für mich wenig Tadel und viel Lob für diesen Film, obwohl mir klar ist, dass ich den Streifen nicht allen Filmfans empfehlen kann.