Vorweg sei gesagt, das ich bei einer Kritik zu "Martyrs" nicht ohne spoilern auskomme, deswegen lieber nicht weiterlesen, wenn ihr den Film noch gucken wollt ...
Ein junges Mädchen wird eingesperrt und gefoltert. Irgendwann kann sie dieser Hölle entfliehen und landet in einer Klinik, wo sie sich mit Anna anfreundet. Doch die Zeit hat ihre Wunden hinterlassen und jetzt wird Lucie von einer Horrorgestalt verfolgt. 15 Jahre später tötet sie von diesem Dämon angetrieben ihre ehemaligen Peiniger. Anna hilft ihr bei der Beseitigung der Leichen und schließlich tötet sich Lucie selbst. Anna findet kurze Zeit später den Folterkeller und dort ein weiteres Opfer...
Jetzt eine kurze Pause. Bis zu diesem Punkt ist noch alles im Lot. Ein überzeugender Horrorschocker mit guter Spannungskurve und durchaus gruseligen Momenten. Doch jetzt weicht dieses Szenario einer Mischung aus Hostel und Akte X...
Das gefunden Opfer wird von einer Art Sicherheitstruppe getötet, Anna wird festgesetzt. Eine ältere Frau erklärt ihr daraufhin was hier vorgeht: Eine Geheimorganisation foltert Menschen, um sie am Ende so in einen tranceartigen Zustand zu bringen, in dem sie dann sehen was nach dem Tod geschieht. Menschen, die so weit gebracht werden nennen sie "Martyrs". Man kann sichs fast denken, jetzt soll Anna so weit gebracht werden, da sich junge Frauen besonders gut für so etwas eignen (Aussage der Anführerin). Also wird Anna festgekettet und verprügelt. Am Ende wird ihr dann sogar die gesamte Haut abgezogen ...
Meines Erachtens schadet diese Wendung dem ganzen Film. Klar das was im zweiten Filmteil kommt, soll der eigentliche Plot und Attraktion von Martyrs sein, aber ist insgesamt doch eher langweilig. Auch wenn man so manches mal schlucken muss aufgrund der Schockszenen und vor allem wegen der Entwürdigung der Hauptdarstellerin, kommt keinerlei Spannung auf. Die ewig langen Prügelszenen wirken da auch nicht, sondern wirken eher abstoßend. Der Plot um den Geheimenfolterring wirkt dazu ziemlich aufgesetzt. Ein Grüppchen perverser Sadisten wäre zwar simpler aber auch weitaus realistischer gewesen. Ob Martyrs nun die Folter verachtet und der Film aufzeigen will wie furchtbar Folter ist oder diese einfach nur als Anreiz nimmt um die Zuschauer zu locken lass ich mal dahin gestellt. Was man dem Film sicherlich nicht absprechen kann ist, das er schafft was die Macher wollten, nämlich das über Martyrs geredet wird. Außerdem kann man an der Umsetzung nichts aussetzen, handwerklich ist Martyrs perfekt gemacht...
6/10 Punkte