Review

Achtung Spoiler

So, da hab ich nun einen sogenannten teils nostalgischen, harten Abend hinter mir, an dem ich direkt hintereinander Blood Feast, Man Eater und Martyrs gesehen habe, was ich nach den vielen Anpreisungen mal prüfen wollte, als alter Gore-Hound. Über die ersten beiden verliere ich keine Worte, denn die sind so übelst totlangweilig (bin fast bei eingeschlafen) und schlecht gespielt, dass es Energieverschwendung wäre, groß drauf einzugehen.

Ja, Martyrs, oder kurz M. Was kommt nicht seit einigen Jahren nettes von unseren Nachbaren, den Franzmännern. High Tension, der das Genre zwar wirklich novelliert hat, hochspannend und extrem hart, aber mir das Fight-Club-Ende überhaupt nicht gefallen hat, oder Hills have Eyes 1+2, ebenso harter Tobak, nur auf andere Weise und Frontierts, die französische Mischung aus TCM und Hostel.

Kann man M Menschenverachtung vorwerfen? Sicher....aber!....wie definiert man das? Genau genommen ist fast jeder 3. Film, auch noch mit FSK 16, auf eine gewissen Art menschenverachtend. Was man bei diesen Genrevertretern -und grundsätzlich bei JEDER Art von Film- bedenken muss, es sind NUR Filme. Genau deswegen üben solche Art Filme eine Faszination bei mir aus. Je härter und fieser ein Film ist, desto bewundernswerter ist es, wie verzweifelt Schauspieler das rüberbringen können, den Tod vor Augen, und trotzdem als Zuschauer im Hinterkopf, das ist ALLES nur gespielt, denen gehts heute gut, sie leben und lächeln.
In M steckt von verschiedenen Genres was drin, wie schon andere beschrieben haben. Die erste Viertelstunde ähnelt Hight Tension, Blutgehalt und auch die Einbildung (Fight-Club) der Entflohenen, dass sie meint angegriffen zu werden, sich aber selbst schadet. Das wird dem geübten Zuschauer auch nach einige Zeit selbst klar, noch bevor es aufgelöst wird.
Der für mich größte Unterschied zwischen M und Filmen wie Hostel ist, dass es zwar hart und brutal ist, aber nicht so sehr körperlich gorig, sondern eher auf der psychischen Ebene. Sicher gibts hier auch eklige Szenen, um das Martyrium der Folter zu zeigen, wie jemand seelisch wie körperlich geborchen wird, ist aber nur Mittel zum Zweck.

Die für mich eigentlich traurigste bzw. fieseste Szene ist, wo Anna das erste Gespräch mit der Sektenchefin führt und in Handschellen gelegt wird. An diesem Punkt ist dem Zuschauer im Prinzip klar, das wars, die kommt da nicht mehr lebend raus. And thats happened. Das Ende war für mich jetzt nicht die ganz große Überraschung. Das und warum sich die Chefin dann selber (auch wie bei Fight-Club) richtet, kann sich wohl jeder seine eigene Meinung drauf bilden.
Als Resümee kann man sagen, sozusagen als Moral der Geschicht, bleibt von sektenähnlichen Organisationen fern, denn was Gutes haben die nie im Sinn, auch wenn sie es vielleicht selber nur als Experiment sehen, egal, dass dabei Leben zerstört werden.
Ein Schlag in die Magengrube wars bei mir nicht unbedingt, aber beschönigen will ich es auch nicht. Dass er eine ungeschnittene SPIO Freigabe erhalten hat, ist noch nachzuvollziehen, denn im Vergleich zu Frontieres (auch Frankreich), welcher wesentlich explizitere und gorige Gewaltszenen vorweist und hier cut ist.

Für die durchaus gelungene Mischung aus verschiedenen Bereichen und teils exzellenter Schauspielleistungen gebe ich 7 Punkte, nicht zuviel, nicht zuwenig.

Cool, mein 200. Review....aber ich mache jetzt keine Kerze an

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