Review

Martyrs (2008)

Daß auch die Franzosen ihr Handwerk im Horror Genre beherrschen konnte man eindrucksvoll in "High Tension" sehen. Auf "Martyrs" bin ich in einem Forum aufmerksam geworden, wo man den Film als extrem schockierend eingestuft hat. Obwohl ich Folter Filme wie "Hostel" und wie sie alle heißen nicht mehr sehen kann (und will), siegte die Neugier und "Martyrs" war Bestandteil eines Filmabend mit Freunden. Mein Kurzfazit vorweg: inhaltlich interessant und unerwartet zugleich, aber absolut nichts für einen geselligen Anlass mit Freunden.

Zur Story in aller Kürze und ohne Spoiler: Die kleine Lucie wird über ein Jahr lang in einem Keller gefangen gehalten und kann entkommen. Weil sie nicht darüber reden kann, wird nie geklärt wer und wieso sie entführt wurde. Nach 15 Jahren entdeckt Lucie eine Spur zu ihren Peinigern und ist verständlicherweise ziemlich angepisst.

Dies ist lediglich der Inhalt des ersten Drittels, über den Rest möchte ich nichts verraten. Nur soviel "Martyrs" ist nicht das was man denkt. Es handelt sich nicht einfach nur um einen Folterfilm unter vielen, nein so einfach macht man es nicht. Es geht um mehr und "Martyrs" hat Wendungen die den Film von der Masse abheben. Eine gewisse Spannung hat "Martyrs" auch zu bieten, denn die große Auflösung wird wirklich erst ganz am Ende präsentiert.

Die französischen Schauspieler sowie auch der Regisseur sind alles Unbekannte, was dem Film zu gute kommt. Alle agieren glaubhaft und das war bestimmt nicht leicht angesichts des schon speziellen Themas.

Solche Produktionen haben natürlich auch kein großes Budget, aber "Martyrs" wirkt auch nicht billig. Dem Drehbuch sei Dank beschränkt sich der Film auf wenige Sets, was aber auch zur beklemmenden Atmosphäre passt. Die wenigen blutigen Szenen sehen handgemacht und gut aus.

Was wirklich gut rüber kommt ist die unbequeme, kalte Atmosphäre die vom ersten Moment an signalisiert dass es hier nicht lustig wird. Auch die spannende Story die einen lange im dunklen lässt ist ein Pluspunkt. Nach ca. einer dreiviertel Stunde könnte der Film eigentlich zu Ende sein, aber nein - den gefallen tut mir der Film nicht.

Aber auch Vorsicht: "Martyrs" ist definitiv ziemlich harte, kranke und verstörende Kost. Eigentlich möchte man das Gesehene auch wieder schnell vergessen, weil wie gesagt lustig ist das nicht was da abgeht. Die Frage ob es so was vielleicht wirklich gibt, will man gar nicht beantwortet wissen.

Ich sehe solche Filme einfach nicht mehr gerne und jetzt weiß ich wieder wieso. Diese Abneigung zeigt sich auch in meiner Bewertung, die lediglich meinen persönlichen Geschmack wiederspiegelt und nicht die Qualität des Filmes. "Martyrs" hat mich stark beeindruckt und hinterlässt seine Wirkung wie schon lange kein Film mehr, aber solche Filme sind halt einfach nichts mehr für mich.

Für Freunde des Genres wahrscheinlich 9/10 - für mich verstörende 5/10

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