Jenny und Steve – ein Pärchen aus der oberen Mittelschicht – wollen ein romantisches Wochenende am titelgebenden „Eden Lake“ irgendwo in England verbringen. Eine Gruppe BMX-fahrender Jugendlicher sorgt jedoch dafür, dass sich der Urlaub zunehmend zum eher unromantischen Überlebenskampf entwickelt.
Ein schöner Tag/Nacht-Wechsel zwischen dem an sich beschaulichen Postkarten-Panorama des Sees und der klassisch düsteren Gruselatmosphäre eines dunklen Waldes läutet unvermittelt die gnadenlose Brutalität der Teens gegenüber den Erwachsenen ein.
So nehmen die körperlich unterlegenen Kinder und Jugendlichen eine stark dominante Rolle insbesondere neben dem eher athletisch erscheinenden Steve ein.
Der Film setzt recht offensichtlich auf Provokation und Tabubruch.
Eine gesellschaftliche Verrohung der Jugendlichen wird nur marginal angedeutet – und wenn dargestellt, dann auch nur eher platt. Was wirklich zählt, ist Verachtung beim Zuschauer für die kindliche, bitterböse BMX-Bande aufzubauen, damit man sich auch schön ungeniert darüber freuen kann, wenn’s doch mal einen der Halbwüchsigen erwischt.
Zwar soll der Film auch, laut Regisseur, irgendwie allgemein an teilweise wohl eher unschöne Umstände durch kriminelle Jugendliche in England erinnern, aber worauf es im Endeffekt hinausläuft, ist schlicht der Tabubruch.
Einerseits zeigt der Film durchaus mehr als notwendig wäre, andererseits spart er gerade im von Hoffnungslosigkeit gekennzeichneten Ende an expliziteren Darstellungen.
Dem werten Herrn Gorebauer unter den Zuschauern könnte möglicherweise an dieser Stelle stören, dass die Gewalt eigentlich nie wirklich aus den Fügen gerät und der Streifen dementsprechend Potential für ausufernde, splattrige Rache-Fantasien an Kindern einspart. Stattdessen verrennt sich die Protagonistin samt Film insbesondere im Mittelteil regelrecht im Wald und wird zwar recht ansehnlich gejagt, aber leider kann da auch die Spannung nicht auf einem konstanten Niveau gehalten werden.
Zu wenig Abwechslung in den Sets sorgt nun mal auch dafür, dass einem ca. 91 Minuten vergleichsweise lang erscheinen können – wirkliche Langeweile kommt jedoch nicht auf.
Für den lustigen Wochenendausflug am Redneck-Baggersee gebe ich 7/10 Kinderleichen.