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Holla. Bei diesem britischen Terrorfilm, der 2008 auf dem "Fantasy Film Fest" vorgeführt wurde, handelt es sich um einen verdammt schwer verdaulichen Brocken, der seine Wirkung aus dem Realismus des Gezeigten und dem für den Zuschauer unbefriedigenden Ende erzielt.

"Eden Lake" gehört mit Sicherheit zum Härtesten, was ich in letzter Zeit gesehen habe und hatte mit unterhaltsamem Feierabend-Filmgenuss nicht mehr viel gemein. Was die Jugendlichen hier unter Gruppenzwang und -Dynamik und Anleitung ihres sadistischen Anführers treiben, bleibt erschreckenderweise immer irgendwie nachvollziehbar und weist dadurch wesentlich weniger Distanz zum Zuschauer auf, als es im Horrorgenre üblicherweise gegeben ist. Wenn sich die Gepeinigten dann wehren, werden die Wut und Verzweiflung, aber auch die moralischen Konflikte und die Verunsicherung für den Zuschauer kaum abgeschwächt oder gefiltert spürbar, so dass einen dieser Film richtiggehend mitzunehmen vermag. Das Ende, das dann einen Erklärungsansatz für den gezeigten Sadismus liefert, lässt einen ohnmächtig und schockiert zurück.

Ein beklemmendes, beunruhigendes Filmerlebnis, das auf den Magen schlägt - und zwar in erster Linie durch seine psychologische Gewalt, die hier die grafische noch einmal eindeutig übertrumpft.

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