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Das Pärchen Jenny und Steve will ein romantisches Wochenende an einem abgelegenen See verbringen doch die Idylle trügt, als die Beiden mit einer dort sesshaften Jugendgang aneinander geraten. Als dann auch noch der Hund des Anführers bei einem Handgemenge getötet wird, eskaliert die Situation ...

Überraschend guter Film, der gar nich erst versucht, auf der aktuellen Gedärm- und Blutwelle mitzureiten, aber dennoch nicht zimperlich ist, wenn es um die Gewaltdarstellung geht.
Allerdings lebt der Film, Gott sei Dank, nicht davon.
Viel mehr steht der Konflikt der Aussenstehenden, die keinen Ärger wollen mit den vermutlich grundlos Brutalen Kids im Vordergrund.

Wie ist diese Jugend, oder in diesem Fall nur ihr Anführer so geworden? Hier lässt der Film viel Raum für Spekulationen. Aber es liegt vermutlich an äusseren Einflüssen, die hier und da mal angedeutet werden. So ist der Vater des Leaders das genau Ebenbild seines Sohnes. Die Mutter saß schon mal im Knast und der Bengel vermutlich auch.
Auch nett anzusehen ist, dass der Film doch stark die Erziehung der heutigen Jugend, bzw das Verhalten der Eltern kritisiert, was speziell am Ende deutlich gemacht wird mit dem Satz: "Es sind doch nur Kinder."
Die einfachste Erklärung für alles. Es sind doch nur Kinder, die fressen eben manchmal was aus und sind ja noch so unschuldig. Und wegsehen war schon immer einfacher als handeln. Es sei denn natürlich, die Kinder sind in Gefahr, dann werden auch die Eltern auf einmal aktiv.

Hier ensteht ein ziemlich schwarzes Bild über die Erziehungsmethoden in der heutigen Zeit und das macht sich der Film zu Nutze, als sinnbildliches Mittel zum Zweck, für das Handeln der jugendlichen Gang.

Auch interessant ist am Ende, den Anführer vor dem Spiegel stehen zu sehen. Interessant deshalb, weil ich vermute, dass hier gezeigt werden soll, dass der Junge erkennt, dass er etwas geworden ist, was er gar nich sein will. Das totale Ebenbild seines Vaters. Kein Licht am Ende des Tunnels gibt es hier.

Keine leichte Kost, besonders nicht für Leute, die auf kitschige Happy Ends stehen. Alle anderen können gerne mal einen Blick riskieren, denn hier verbirgt sich mehr, als man auf den ersten Blick sieht, nämlich eine krasse Abrechnung mit einer verkommenen Generation.

8/10

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