Was man dem Film "Eden Lake" in erster Linie zu Gute halten kann ist die, meiner Meinung nach, Glaubhaftigkeit der Akteure. Die beiden Hauptdarsteller, Reilly und Fassbender, können in ihrer Rolle als gutbürgerliches Liebespaar überzeugen, genauso nimmt man auch den Jugendlichen ihren Gefühle ab. Besonders Reillys Charakter ist ein Sympathieträger, so wirkt ihre Tortur noch um einiges brutaler, der Film spannender und fesselnder.
Die Story ist gut, obwohl das Spiel mit den Klischees nicht unerwähnt bleibensollte. Natürlich funktioniert der Film als Anklage gegen eine gewalttätige Jundendkultur nicht sonderlich, im Vordergrund steht die körperliche Gewalt und der Thrill, "Eden Lake" ist in diesem Sinne nun mal Terrorkino und kein Sozialdrama. Die Welt der Jugendlichen ist teilweise etwas zu klischeelastig, dem Film an sich schadet es nicht, ein sensibler Umgang mit der Thematik ist es allerdings nicht - wobei ich bezweifle, dass der Regisseur eine ernsthafte Gesellschaftskritik im Hinterkopf hatte...
Zur oben genannten Glaubhaftigkeit der Personen, neben allen Klischees, ist ihre Charakterentwicklung, so sind nicht alle Mitglieder der Clique abgrundtief böse und schlecht, es quälen sich auch einige mit Zweifeln und werden sich der Grausamkeit ihrer Taten mit der Zeit bewusst, spätestens in jenem Moment in dem die Situation zu eskalieren beginnt. Das verleiht dem Film zwar keinen Anspruch doch ein wenig Tiefe steht diesem Genre nie schlecht zum Gesicht.
Ein Kritikpunkt ist allerdings das doch recht absehbare Ende. Es bleibt zwar ein sehr positiver Gesamteindruck, doch wäre im Finale sicher auch mehr drin gewesen.
Bleibt als Fazit: Vor allem in Angesichts dessen, dass es sich hier um Watkins Regiedebüt handelt, ein allemal mitreißender und handwerklich sehr gut gemachter Thriller.